Club | 05.04.2020

FC-Fans erklimmen Berg in Ecuador

6000 Meter hoch – mit dem FC

FC-Mitglied Patrick Klein und seine Frau Julia haben eine außergewöhnliche Tour hinter sich. Im September erklommen sie gemeinsam Ecuadors höchsten Berg: den 6263 Meter hohen Chimborazo. Auf dem Gipfel wurde die FC-Fahne geschwenkt.

Patrick, wie kommt man auf die Idee, einen Berg in Ecuador zu besteigen?
Seit sechs Jahren wohnen wir am Bodensee, seitdem hat sich das Bergsteigen zu unserem Hobby entwickelt. Anfangs haben wir nur kleinere Bergwandertouren gemacht, irgendwann dann auch Mal einen Gletscherkurs. Die ersten Gletscher, die wir bestiegen haben, waren ungefähr 3500 Meter hoch. Anschließend ging es auf den höchsten Gipfel der Alpen. Die nächste Steigerung war die Idee, einen 6000er Berg zu besteigen und da sind wir auf den Chimborazo in Ecuador gekommen. Früher galt er mal als der höchste Berg der Erde, da man nicht vom Meeresspiegel, sondern vom Erdmittelpunkt gemessen hat. Wenn man da oben auf dem Gipfel steht, ist man der Sonne quasi am nächsten. 

Wie habt ihr euch vorbereitet?
Bis wir die Tour machen konnten, hat es schon mehrere Jahre gedauert. Wir haben vorher beim Wandern und Klettern kontinuierlich den Schwierigkeitsgrad erhöht. Die direkte Vorbereitung hat dann etwa ein Jahr gedauert. Wir sind hier in der Gegend jedes Wochenende einen Berg hochgelaufen, teilweise auch auf Zeit. Es geht da in erster Linie um genug Kondition. Ende August 2019 ging es dann für zwei Wochen los. Anschließend haben wir eine Woche am Strand verbracht, um uns ein bisschen zu erholen.

Wie kann man sich eine solche Bergwanderung vorstellen?
Die Vulkanlandschaft in Ecuador besteht aus vielen Bergen, auf die man Tagestouren machen kann. Auch wir haben diese Möglichkeit genutzt und verschiedene Akklimatisierungstouren absolviert. Das ist notwendig, um sich an den geringeren Sauerstoffgehalt in der Höhe anzupassen. Das waren verschiedene Vier- oder Fünftausender. Erst am letzten Tag sind wir dann unser eigentliches Ziel angegangen. Ausgangspunkt für den Chimborazo war unser Basislager auf etwa 4800 Metern Höhe. Eine Wanderung verlief so, dass wir gegen frühen Abend auf einer der Berghütten ankamen und uns erstmal eine Weile hinlegten. Es gab auf der Hütte weder Heizung noch fließendes Wasser, die Bedingungen waren also alles anderes als luxuriös. Nach dem Essen und kurzer Ruhe ging es dann gegen 22 Uhr los, mit Helm und Stirnlampe ausgestattet. Zum Sonnenaufgang musste man am Gipfel sein und zum Frühstück dann wieder unten. Der Chimborazo ist ein sehr anspruchsvoller Berg. Die Wege sind ziemlich steil und die Wetterbedingungen machen einem ordentlich zu schaffen. Hinzu kommt, dass man aufgrund der Sonneneinstrahlung nur nachts nach oben klettern kann. Tagsüber ist das Eis zu weich und man läuft Gefahr, in Gletscherspalten einzubrechen oder von einem Steinschlag getroffen zu werden.

Welche Ausstattung hattet ihr dabei?
Da wir immer von einer Berghütte oder von unserem Basislager starteten, mussten wir für unsere Touren immer nur Tagesgepäck mitnehmen. Das war dann eine Tafel Schokolade, eine Kanne Tee und verschiedene Kleidungsstücke. Es war zwar sehr kalt, aber durch den Anstieg mussten wir zwischendurch trotzdem Mal eine Schicht ausziehen. Ausrüstungstechnisch brauchten wir Seil, Klettergurt, spezielle Bergstiefel, Steigeisen, Eispickel, Eisschrauben, Karabiner und solche Dinge. Immer mit dabei war unsere FC-Fahne. Die hat sich während der Tour zu einem echten Highlight entwickelt.

Wie kamt ihr darauf, die FC-Fahne mit nach Ecuador zu nehmen?
Wir kommen ursprünglich aus der Gegend von Koblenz und sind schon seit der Kindheit FC-Fans. Ich habe für den Gipfelanstieg nach einem Glücksbringer gesucht und da kam mir die Idee mit der FC-Fahne. Zum einen ist sie leicht und kompakt, zum anderen ist die Verbindung zum 1. FC Köln sehr groß. Und so viele FC-Fans gab es bestimmt auch noch nicht, die unsere Fahne auf 6000 Metern geschwenkt haben. Sie hat uns wirklich geholfen. Der steile Anstieg in Verbindung mit dem geringen Sauerstoffgehalt zermürbt einen manchmal schon. Da braucht man vor allem in den letzten Stunden eine große mentale Stärke. Ich habe dann immer zu meiner Frau gesagt: „Denk an die Fahne!“ Das war unser Motivator, dass die Fahne unbedingt hoch zum Gipfel muss. So haben wir dann tatsächlich alle Berge geschafft.

Wie fielen die Reaktionen aus?
Sehr positiv. Die ecuadorianischen Bergführer waren hellauf begeistert und wollten selbst immer Fotos mit der Fahne machen. Die kannten den deutschen Fußball und fanden das total gut. Es gab auch eine Hütte, die voller Fußballfahnen und Trikots war. An der Wand hing zum Beispiel auch eine Düsseldorf-Fahne, da habe ich die FC-Fahne erstmal drüber gehängt (lacht). Ich hätte sie gerne auch dort gelassen, habe sie aber für unser Gipfelfoto am Ende gebraucht. Auf die nächste Tour werden wir also definitiv zwei Fahnen mitnehmen.

Hattet ihr zwischendurch Angst?
Einmal hat der Bergführer sich etwas verlaufen, das haben wir zumindest vermutet. Das Eis hat angefangen zu knistern und er hat ständig seine Richtung geändert. Da war uns ein wenig mulmig, aber ansonsten verlief alles gut und wir haben uns sehr sicher gefühlt. Man geht ja im Dunkeln hoch und lernt den Berg dadurch erst beim Abstieg so richtig kennen, weil die Sonne bis dahin aufgegangen ist. Dann sieht man erst, über welche Spalten man gelaufen ist. Teilweise ist man dann auch froh, dass man das vorher nicht so gesehen hat, sonst wäre man vielleicht nicht weitergelaufen (lacht).

Wie waren die Temperaturverhältnisse?
Wir hatten noch Glück, es war so ungefähr minus zehn bis minus 15 Grad. Allerdings war es echt windig. Wir hatten sehr dicke Handschuhe an und wenn man die Mal kurz ausgezogen hat, um beispielsweise ein Foto zu machen, dann dauerte es bloß drei Sekunden, bis man die Finger schon nicht mehr bewegen konnte. Auch die Schokolade ist im Mund noch nicht mal zerschmolzen, das waren nur noch vereiste Brösel.

Würdest du die Tour im Nachhinein wieder machen?
Definitiv. Wenn man oben am Gipfel steht, dann sind das Glückgefühle, die man mit wenigem vergleichen kann. Den Sonnenaufgang mitzuerleben, war einfach gigantisch. Da kommt der erste Strahl, man spürt die Wärme und hat einen unglaublichen Weitblick. Einfach phänomenal. Die Berge waren auch gar nicht überlaufen, es war eine sehr besondere Einsamkeit da oben. So schnell werden wir aber keine neue Wandertour machen können, da wir im Sommer Nachwuchs erwarten. Ein kleines FC-Mitglied kommt bald auf die Welt. Wir haben bisher noch keine Babysachen gekauft – nur eine Geißbock-Spieluhr und einen FC-Strampler. Das musste einfach sein.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31