Club | 29.01.2016

Karnevalslegende im Interview

Auf ein Gaffel mit Hans Süper

Hans Süper wurde 1936 in Köln geboren und gilt durch seine Auftritte mit dem Colonia Duett und später dem Süper Duett als eine der größten Ikonen des kölschen Karnevals. Mit dem GeißbockEcho traf er sich zum Interview.

Herr Süper, Sie sind in Köln-Sülz aufgewachsen. Der 1. FC Köln ist auch ein Kind von Sülz und Klettenberg – gegründet in der damaligen Kneipe Roggendorf auf der Luxemburger Straße. Sie haben mal gesagt, dass Sie mit dem Fußball wenig in Berührung gekommen sind. Wie ist das trotz der Nähe möglich?
Der FC hängt bei mir im Herzen mit drin! Ich habe kein bisschen Ahnung von Fußball, aber ich freue mich immer, wenn er gewinnt. Auf der anderen Seite bringe ich mich nicht um, wenn der FC verliert. Mir machen manche Leute zu viel Theater darum. Für mich sind die richtigen Fans die, die auch zum Club stehen, wenn er mal verliert. Ich habe das mal bei einem Abstieg erlebt. Da war ich am Geißbockheim und viele Leute haben gesagt: „Da gehe ich nie wieder hin!“ Jetzt sind sie alle wieder da. Das ist das Schöne.

In der FC-Hymne heißt es: durch Dick und Dünn.
Das stimmt. Aber der Kölner geht grundsätzlich durch Dick und Dünn. Nur sterben die echten Kölner ja leider aus. Ich werde im März 80 Jahre und bin froh, noch das alte Köln erlebt zu haben.

Seit 1948 veranstaltet der FC jedes Jahr seine eigene Karnevalssitzung. Wie oft sind Sie dort aufgetreten?
Sehr oft. Mit dem Colonia Duett, aber auch danach noch ein paarmal. Bei meinem letzten Auftritt während einer FC-Sitzung habe ich mich mit Udo Lattek angefreundet, der ja leider verstorben ist. Mit der „Knoll“, mit Schäfers Hans, bin ich auch gut befreundet.

Bei Ihren Auftritten war Ruhe erforderlich, um den spitzfindigen Humor herauszuhören. Sind Ihnen heutige Sitzungen zu laut?
Für mich persönlich ist es zu laut, aber mein Urteil spielt doch keine Rolle. Wichtig ist doch, dass die Leute kommen. Und sie kommen! Bei den heutigen Gruppen geht doch richtig die Post ab. Das finde ich gut, das sind alles gute Musiker! Man darf das Publikum nie verurteilen. Es ist und bleibt die Jury – das Publikum ist noch immer ein Heiligtum.

Sie haben 250 bis 300 Auftritte im Jahr absolviert. Haben Sie Verständnis, wenn Fußballer über 40 bis 50 Spiele im Jahr klagen?
Die Fußballer halten aber auch die Knochen hin. Wir hatten die hohe Belastung ja nur im Karneval. Über das Jahr hat sich das dann wieder relativiert. Wir haben aber teilweise jedes Engagement angenommen, egal ob Schützenfest, Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. Schließlich mussten wir davon überleben.

Fußballer trainieren täglich. Wie oft mussten Sie Proben?
Geprobt haben wir schon, aber eigentlich nur den roten Faden. Erst nach Karneval wussten wir, ob unser Programm gut war. Was wir beibehalten oder weglassen können. Auf der Bühne ist mir immer irgendetwas eingefallen – das war ja meine Stärke.

Ihre Improvisationen und spontanen Einfälle sind vielen noch gut in Erinnerung. Waren Sie der Spielmacher auf der Bühne?
Einer musste ja den Clown machen. Im Grunde genommen war ich immer der Dumme. Mein Partner der Schlaue, und ich wollte immer der Schlaue sein.

Ist Ihnen diese Rolle leicht gefallen?
Es liegt schon ein wenig in jedem drin, dass man andere Leute verarschen möchte. Bei mir vielleicht etwas mehr.

Das Interview bei NetCologne FC-TV

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14 1. FC Köln 20
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