Club | 11.11.2010

"Bewusste Strategie"

Bericht der Geschäftsführung

Am Donnerstagmittag stellten die FC-Geschäftsführer Claus Horstmann (Strategie, Marketing und Kommunikation) und Oliver Leki (Finanzen|Finanzierung und Organisation) im Rahmen einer Pressekonferenz den Geschäftsbericht der Saison 2009|2010 vor.

In die Mannschaft investieren

In seinen Eingangsworten gab Claus Horstmann einen Überblick und erläuterte die Strategie, die der 1. FC Köln seit dem Aufstieg verfolgt. "Mit dem Abschluss der Aufstiegssaison 2007|2008 haben wir die Lage analysiert und festgestellt, dass wir in den Jahren zuvor immer wieder abgestiegen sind, weil wir nicht genug in die Mannschaft investiert haben. Darum haben wir uns gefragt, wie viel wir mindestens investieren müssen, damit wir auf Augenhöhe mit Vereinen sind, die auch in der Situation "unteres Mittelfeld" sind. Dann sind wir an den Punkt gekommen, dass wir als Aufsteiger ein strukturelles Defizit gegenüber Vereinen haben, die längere Zeit bereits in der ersten Bundesliga sind. Da die Verteilung der TV-Gelder über eine Vier-Jahres-Wertung erfolgt, sind wir als Aufsteiger automatisch 17. oder 18. in dieser Verteilung. Wenn man sich allerdings über eine längere Zeit oben hält, ist man 9., 10. oder 11. Jeder TV-Tabellenplatz hat beinahe eine Wertigkeit von einer Millionen Euro. Wir als Aufsteiger hatten im ersten Bundesligajahr bis zu 8 Millionen Euro an TV-Geldern weniger als beispielsweise Hannover 96. Darum haben wir entschieden, dass wir in die Mannschaft investieren müssen", erläuterte Horstmann.

Bewusste Strategie: Mannschaft, Nachwuchs, Scouting

"Diese Investitionen in die Mannschaft waren kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie, die vor drei Jahren in den Gremien präsentiert und genehmigt wurde. Gleichzeit haben wir in unserer Analyse, wie wir die Lücke schließen können, in zwei weitere Bereiche investiert. Der eine Bereich ist der Nachwuchs. Ab der Saison 2008|2009 haben wir unsere Ausgaben für den Nachwuchs deutlich erhöht. Des Weiteren haben wir das SportsLab gegründet. Das sind die beiden Bereiche, wo wir Lücken schließen können. Wir müssen eigene bundesligataugliche Talente produzieren und bringen. Und wir müssen neben dem, das wir selber produzieren können, mit einem sehr guten Marktüberblick uns verstärkende Spieler in einer großen Bandbreite finden können", so Horstmann weiter.

"Entwicklungen deutlich erkennbar"

"Die Entwicklung im Nachwuchsbereich ist nun deutlich erkennbar. Im aktuellen Kader sind neben Lukas Podolski sieben Spieler, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Und wir haben neun Jugendnationalspieler in unseren Reihen: Uth, Clemens, Yalcin, Yabo, Basala-Mazana, Buchtmann, Schnellhardt, Weiser und Horn. Das ist ein gutes Ergebnis, das hat man in den vergangenen Jahren beim 1. FC Köln trotz aller Intensität nicht gesehen. Das heißt die Investitionen in den Nachwuchs sind sichtbar und werden hoffentlich sportlich bald auch sichtbare Effekte zeigen", stellte Claus Horstmann fest.

"Beim SportsLab haben wir eine Datenbasis und Analysemöglichkeiten, die im Bundesligavergleich top sind. Das gibt uns in Zukunft die Möglichkeit, auf eine breite Datenbasis zurückzugreifen, um dann auch entsprechend Spielerentscheidungen treffen zu können", sagte Horstmann weiter und appellierte anschließend an die Journalisten: "Man darf die aktuelle sportliche Situation nicht für eine Generalabrechnung nutzen. Wir haben eine klare Strategie und spielen erstmalig wieder das dritte Jahr in Folge in der ersten Bundesliga. Wir stehen aktuell nicht dort, wo wir stehen möchten, aber die Mannschaft hat das Potenzial. Und der Club hat es auch verdient, so denke ich, dass das Umfeld ihm die Bedingungen und Chancen gibt, auch diese Saison gut abschließen zu können."

Positives Eigenkapital

Nach dem Gesamtüberblick durch Claus Horstmann erläuterte Oliver Leki die aktuelle Finanzsituation des 1. FC Köln: "Wir haben die Saison mit einem leichten Verlust von 443.000 Euro abgeschlossen. Trotz dieses Verlustes haben wir weiterhin, und das ist ein ganz entscheidender Punkt, ein positives Eigenkapital. Das ist in der Bundesliga nicht selbstverständlich. Insgesamt war die Entwicklung der Ertragslage sehr erfreulich. Wir haben uns um fünf Millionen Euro auf 72,5 Millionen Euro Gesamterträge steigern können. Dies betrifft vor allem die Bereiche Spielbetrieb sowie Marketing und Sponsoring."

Der komplette Bericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2009|2010 liegt der aktuellen Ausgabe des GeißbockEcho bei. FC-Mitglieder bekommen das GeißbockEcho vor jedem Heimspiel auf dem Postweg zugestellt.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
12 1. FC Union Berlin 20
13 1. FC Köln 20
14 Hertha BSC 19

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