Profis | 30.12.2020

Innenverteidiger im Interview

Czichos: „Jedes Spiel eklig verteidigen“

Rafael Czichos ist nach seiner überstandenen Muskelverletzung zurück im Mannschaftstraining. Im Interview spricht der Innenverteidiger über Formationswechsel in der Defensive, den Wendepunkt gegen Dortmund und sechs Spiele im Januar.

Rafa, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht’s dir nach deiner überstandenen Muskelverletzung?
Sehr gut. Ich habe keine Beschwerden mehr und habe jetzt schon wieder zweimal mit der Mannschaft trainiert. Es fühlt sich sehr, sehr gut an. Ich freue mich, wieder dabei sein zu können.

Die Verletzung hast du dir im Spiel gegen Dortmund zugezogen und deshalb die letzten Minuten bis zum ersten Saisonsieg nur aus der Kabine verfolgen können. Welche Bedeutung hatte dieser Sieg gegen eines der Top-Teams für die folgenden Wochen?
Wie man gesehen hat, hat es uns Aufschwung gegeben. Eine Ausnahme war das Spiel gegen Leverkusen. Es war wichtig nach der langen Zeit ohne Sieg wieder das Gefühl kennenzulernen, wie es ist, zu gewinnen. Man hat ja dann auch in der Saisondoku 24/7 FC gesehen, wie jedem ein Stein vom Herzen gefallen ist. Die Wochen danach haben wir den Schwung mitgenommen und jetzt sind wir kurz vor der Weihnachtspause noch im Pokal weitergekommen. Auch das war noch einmal wichtig und hat ein gutes Gefühl gegeben.

Ihr habt auswärts zusammen mit Leverkusen die wenigsten Gegentore kassiert - erst vier Stück. Drei der letzten vier Pflichtspiele habt ihr zu null gespielt, auch in den Spielen zuvor standet ihr defensiv schon stabil. Was ist da euer Erfolgsgeheimnis?
Von allen Mannschaften unten in der Tabelle haben wir mit die wenigsten Gegentore. Leverkusen war der einzige Ausreißer, wo es dann mal wirklich geklingelt hat. Wir versuchen, jedes Spiel sehr eklig zu verteidigen und den Gegner vor Probleme zu stellen. Ich glaube, wenn wir es in der ersten Saisonphase besser hinbekommen hätten, uns mehr Chancen herauszuspielen und sie besser zu nutzen, hätten wir deutlich mehr Punkte geholt. Aber wir können auf jeden Fall auf den letzten Wochen aufbauen.

Ihr habt in der Verteidigung in dieser Saison in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammengespielt. Dabei wird häufig gesagt, dass es gerade in der Defensive wichtig sei, eingespielt zu sein. Wieso klappt es defensiv trotzdem so gut?
Wir haben ein gutes defensives Grundgerüst, das es jedem Spieler einfach macht, reinzukommen und sich reinzuwerfen. Bisher hat jeder Verteidiger die richtige Einstellung an den Tag gelegt – egal, ob er lange nicht gespielt hat oder Stammspieler war oder ist. Wir tun einfach gemeinsam alles dafür, möglichst wenig Gegentore zu bekommen. Die Jungs, die wie Jorge oder Sava weniger gespielt haben und reingekommen sind, haben sofort funktioniert. 

Ihr habt viele junge Spieler im Team wie zum Beispiel den von dir angesprochenen Sava-Arangel Cestic in der Innenverteidigung. Mit 30 Jahren bist du einer der Erfahrenen in der Mannschaft. Wie klappt das Zusammenspiel und wie siehst du deine Rolle im Team? 
Im Spiel hatte ich bisher nur 60 Minuten mit Sava. In Dortmund bis zu meiner Verletzung. Aber er war direkt sehr abgeklärt und man hat keine Nervosität bei ihm gespürt. Gerade wenn man über Sava oder über Seb (Bornauw) spricht, Seb ist ja auch erst 21, versuche ich den Jungs so viel mitzugeben wie möglich und die paar Jahre Vorsprung in meinen Erfahrungen weiterzugeben. 

21 Spiele habt ihr noch vor der Brust. Alleine sechs im Januar. Wie blickst du auf die anstehenden Aufgaben?
Ich bin ehrlich: Jeder Fußballer freut sich darauf. Viel spielen. Wenig trainieren. Darauf hat jeder Spieler Bock. Wenn man sich die Gegner anschaut, die wir im Januar haben, wissen wir, was für ein wichtiger Monat das für uns ist. Der Monat wird richtungsweisend für den Rest der Saison sein.

Ihr habt gegen die Spitzenteams Wolfsburg, Dortmund und Leipzig fünf Punkte geholt. Im Januar folgen Duelle gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte. Inwiefern verändern sich dadurch die Anforderungen an eure Spielweise?
Wir wollen unser Spiel nicht großartig verändern. Aber klar sind es andere Voraussetzungen. In Spielen gegen Leipzig und Dortmund hat man vermutlich weniger zu verlieren als gegen Teams, die nicht weit von uns entfernt sind. Wir wissen aber: Wir müssen punkten. Wir haben nicht wirklich viele Zähler geholt im ersten Saisondrittel. Von daher müssen wir alles reinhauen, um direkt im Januar möglichst viele Punkte zu holen.

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