Profis | 09.12.2016

Jörg Schmadtke im GeißbockEcho

"Das ist keine One-Man-Show"

FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke über seine Freude am Golfen, die Lage beim FC – und die Frage, ob er wegen der vielen Verletzten im Winter auf dem Transfermarkt aktiv wird.

Herr Schmadtke, für das GeißbockEcho haben wir Sie beim Golfen fotografiert. Man hat das Gefühl, alle wichtigen Leute spielen Golf. Ist das so ein Geschäftsführer-Ding?

(lacht) Ist es so, dass alle wichtigen Leute Golf spielen? Wer ist wichtig? Ich weiß es nicht. Es gibt viele Leute, die Golf spielen. Ich habe damit schon relativ früh angefangen. Schon zur aktiven Zeit habe ich Golf gespielt, es aber irgendwann unterbrechen müssen, weil ich arbeiten musste und keine Zeit hatte. Jetzt habe ich auch relativ wenig Zeit und gehe deshalb selten golfen. Aber mir macht es großen Spaß.

Gibt es etwas, das Ihnen beim Golf besser gefällt als beim Fußball?

Man hat mehr Ruhe.

Ist der Fußball beim Golfen komplett tabu oder haben Sie auch schon mal berufliche Geschäfte auf dem Golfplatz abgewickelt?

Nein, das schließt sich für mich aus. Ich will beim Golfen Spaß haben. Ich habe schon den Ansporn, einen vernünftigen, vielleicht sogar perfekten Schlag zu machen.

Wie oft klappt das mit dem perfekten Schlag?


Mein Golflehrer sagt: nie. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich den Schlag, den ich gerade gemacht habe, nicht viel besser hinbekomme. Man hat Momente, wo man denkt: Viel besser geht’s nicht. Man hat aber auch Momente, wo man sagt: Was war das denn? Viel schlechter geht’s auch nicht. Man wird demütig beim Golfen.

Zurück zum Fußball: In diesem Sommer waren Sie mit der Kaderplanung wieder früh fertig. Warum geht das so schnell bei Ihnen?

Weil meine Frau darauf drängt, dass wir Urlaub miteinander verbringen, deshalb muss ich mich beeilen. (lacht) Die Idee ist, sich frühzeitig auf das festzulegen, was wir wollen und das dann frühzeitig umzusetzen. Wenn die Engländer und Chinesen aufwachen und wirtschaftlich starke Clubs ihre Geschäfte vorantreiben, sollten wir mit unseren fertig sein.

Wenn Sie sich nach neuen Spielern umschauen, wonach gehen Sie da?

Danach, was mir die Scouting-Abteilung vorlegt. (lacht) Nein, wir haben schon bestimmte Kriterien für einzelne Positionen im Kopf und die klopfen wir dann ab. Darüber hinaus versuchen wir auch abzuklopfen, wie ein Spieler in unseren bestehenden Kader hineinpasst. Das alles wird dann abgewogen und versucht, im persönlichen Gespräch noch einmal zu prüfen.

Wie findet man heraus, wie ein Spieler tickt?

Über Netzwerke bekommt man viele Informationen. Und die kann man auch auf dem Platz wiedererkennen. Und wenn nicht, muss man eben noch einmal gezielt nachfragen.

Wie wichtig ist es da für Sie persönlich, einen Spieler mit eigenen Augen live spielen zu sehen?

Das ist für mich extrem wichtig. Aber das wichtigste ist, dass wir vorsondieren. Das ist keine One-Man-Show, sondern Teamarbeit. Man sammelt Informationen und versucht dann, Fehler zu vermeiden.

Etwas mehr als ein Drittel der Saison ist gespielt. Ab wann hat man als Geschäftsführer das Gefühl, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben?


Immer erst am Ende der Saison.

Also ist es jetzt zu früh für ein Fazit?

Wir können ein Zwischenfazit ziehen, aber ein endgültiges Fazit wäre zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Man muss vorsichtig sein mit den Dingen. Die Tendenz sieht ganz gut aus. Was wir bisher geleistet haben, ist auch gut. Ich glaube, dass wir sogar noch ein paar Pünktchen mehr hätten haben können. Aber insgesamt kann man sehr zufrieden sein, damit wie sich die Mannschaft präsentiert, wie wir Verletzungen verkraften und auch mit der Punkteausbeute.

Die Verletztensituation hat sich durch den Kreuzbandriss von Marcel Risse noch einmal verschärft.

Ja, das ist sehr bitter, für Marcel persönlich und für uns als Club. Zumal wir ja keinen riesengroßen Kader haben, sondern ganz bewusst einen eher kompakten. Wir haben zwar alle Positionen doppelt besetzt, aber wenn dann fünf Leute verletzt sind, ist das schon eine Belastung. Bis jetzt haben wir die ausgesprochen gut verkraftet. Mal abwarten, ob das so weitergehen kann.

In der Winterpause öffnet sich das Transferfenster wieder. Wonach entscheiden Sie, ob der FC nochmal tätig wird?

Wir werden die Hinserie und unsere Verletztensituation analysieren, unseren Punktestand anschauen und sehen, was daraus an Chancen und Risiken abzuleiten ist. Davon machen wir abhängig, ob wir noch einmal tätig werden oder nicht.

Hier geht's zum kompletten Interview.

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