Club | 16.09.2016

GeißbockEcho

"Der FC macht uns Spaß"

Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher stellen sich bei der Mitgliederversammlung als Vorstandsteam zur Wiederwahl. Im GeißbockEcho sprechen sie über die Entwicklung seit 2012 und ihre Ziele für die Zukunft.

Herr Spinner, Herr Ritterbach, Herr Schumacher, am 26. September stellen Sie sich als Vorstandsteam zur Wiederwahl. Sind Sie nervös?

Werner Spinner: Vor einer Mitgliederversammlung bin ich immer ein wenig angespannt, schließlich ist es der Abend, an dem wir uns den Mitgliedern präsentieren – und da möchte man, dass alles reibungslos funktioniert, von der eigenen Rede bis zur Technik. Und wir sind alle drei auch nicht so gepolt, dass wir eine Wiederwahl für eine Selbstverständlichkeit halten. Aber natürlich sind wir zuversichtlich, weil wir glauben, dass sich der FC in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt hat.

Toni Schumacher: Wenn man die Entwicklung sieht, die wir genommen haben, zu der gehört, dass wir in zwei Jahren Bundesliga kein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz standen, dann kann man sagen: Da wird ein schlafender Riese langsam wach. Es ist schön, dass wir drei dabei mithelfen können, diesen Riesen auch wieder auf die Beine zu kriegen. Deshalb hoffe ich, dass die Mitglieder uns wieder das Vertrauen schenken und wir es dann schaffen, dass es weiter aufwärts geht.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie denn, sei es von den Mitgliedern, sei es im Stadion, aber auch auf der Straße?

Markus Ritterbach: Ich höre immer wieder, dass Leute sagen: „Es ist schön, montags bei der Arbeit auf den FC angesprochen zu werden.“ Wir spüren Erleichterung, Euphorie, aber genauso Bescheidenheit. Viele sagen: „Gut, dass ihr die Ziele nicht so hoch hängt, wir sind ganz vernünftig unterwegs.“ Für mich ist das ein Kompliment.

Spinner: Wir kriegen überhaupt viele Komplimente, manchmal ist es uns sogar ein bisschen peinlich – denn wir haben das, wofür wir gelobt werden, ja nicht alleine gemacht, sondern verdanken die Entwicklung einem sehr guten Team. Was oft genannt wird, ist neben der sportlichen Entwicklung die Ruhe, die im Verein herrscht. Darüber freue ich mich in der Tat, weil mir das besonders am Herzen liegt. Wenn im Verein und im Umfeld Ruhe herrscht, dann können die, die für den sportlichen Erfolg verantwortlich sind, in Ruhe arbeiten. Und man sieht ja, was dabei herauskommt: Trainerteam und Mannschaft machen seit Jahren richtig tolle Arbeit, sportlicher Erfolg ist die Grundlage für alles andere.

Die Ruhe wird ja auch außerhalb des Clubs gelobt, auch in den Medien. Aber Hand aufs Herz: Wäre es auch noch so ruhig, wenn es mal eine richtige Krise gäbe?


Spinner: Der Beginn mit zwei Punkten aus sechs Spielen nach dem Abstieg war für mich schon eine echte Krise. Oder als es um die Anleihe 2012 ging, oder als wir 2013 im Sommer nach dem Rücktritt von Holger Stanislawski keinen Trainer hatten. Wir haben die Ruhe trotzdem behalten, uns nicht von außen treiben lassen, und das ist aus meiner Sicht sehr wichtig.

Schumacher: Genau. Wir bewahren auch in unruhigen Zeiten Ruhe. Selbst die Kölner Medien haben verstanden, dass Ruhe und Gelassenheit für unseren Club extrem wichtig sind.

Toni Schumacher und Gelassenheit? Das klingt ungewohnt …

Schumacher: (lacht) Ja, aber man lernt ja dazu. Wir wissen, dass man sich persönlich auch mal zurücknehmen muss. Wenn wir unsere Diskussionen im Geißbockheim anfangen, stellen wir immer einen Gips-Geißbock auf den Tisch und machen uns damit bewusst, persönliche Eitelkeiten beiseite zu lassen. Es geht nur um den Club, und mit dieser Art sind wir in den letzten Jahren ganz gut gefahren.

Was hat sich geändert seit 2012?

Spinner: Ich habe ja schon häufiger den Zustand des 1. FC Köln 2012/13 mit der ­eines Patienten auf der Intensivstation verglichen. Jetzt sind wir nicht nur runter von der Station, wir haben auch die Reha schon hinter uns. Ich würde sagen, wir laufen wieder relativ frei durch die Fußballwelt, wenn auch mit regelmäßigen Kraft- und Stabilitätsübungen.

Ritterbach: Man kann 2012 mit der jetzigen Situation doch gar nicht vergleichen. Damals haben wir wirklich in einer ganz schweren Krise den Verein übernommen. Es war hart, es war schwierig, es war sehr viel Arbeit auf ganz vielen Ebenen und wir hatten schlaflose Nächte. Es ging darum, den Verein aufzupäppeln. Ich bin froh, wenn wir darauf nicht mehr dauernd zurückblicken müssen, sondern uns auf die Gegenwart konzentrieren. Jetzt sind wir ja eher dabei, diesen Riesen, den Toni erwähnt hat, zu wecken.

Das klingt, als hätten Sie die Freude an Ihrem Amt nicht verloren …

Spinner: Natürlich nicht. Es macht Spaß, die Entwicklung zu sehen. Für mich ist das Amt eine echte Aufgabe. Ich bin Kölner und liebe den FC, ich mache das für Köln und den FC. Als Präsident habe ich die Möglichkeit, etwas von dem Glück zurückzugeben, das ich im Leben hatte.

Schumacher: Der FC ist meine Familie, das Geißbockheim ist wie mein Wohnzimmer. Meine Mutter hat immer gesagt, der FC ist ein feiner Club, und genauso empfinde ich das auch. Mich macht stolz, dass wir einem Verein vorstehen, der auf dem Weg ist, wieder ein richtig feiner Bundesligist zu werden.

Hier geht's zum kompletten Interview.

Schlagwörter:

GeißbockEcho Vorstand Werner Spinner Markus Ritterbach Toni Schumacher
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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36