Profis | 22.10.2019

FC-Profi im Interview

Ehizibue: „Ich bin immer ich selbst“

Seit Sommer dieses Jahres spielt Kingsley Ehizibue beim 1. FC Köln. Seine Anfangszeit sieht der FC-Profi jetzt auch selbst noch einmal in der Saisondokumentation 24/7 FC. Im Interview spricht Ehizibue über Kameras in der Kabine, die erste Rote Karte seiner Karriere und den Glauben an sich selbst.

Easy, rund dreieinhalb Monate bist du jetzt beim 1. FC Köln. Wie gefällt es dir?
Der Wechsel war genau das richtige für mich. Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden. Das war für mich zunächst das Wichtigste – die neuen Mitspieler und den Club gut kennenzulernen. Jetzt habe ich mich eingewöhnt und ich kann sagen: Ich liebe den Verein und das, was ihn ausmacht – seine Fans, meine Teamkollegen und auch die Menschen, die für den FC arbeiten und die Stadt.

Der 1. FC Köln hat in dieser Spielzeit die Saisondokumentation 24/7 FC gestartet. Wie ist es für dich als Spieler, von Kameras begleitet zu werden?
Das ist ganz normal. Im Alltag nehme ich die Kameras gar nicht wahr. Und selbst wenn: Es beeinträchtigt mich überhaupt nicht, wenn eine Kamera auf mich gerichtet ist. Ich mache einfach mein Ding. Am Spieltag bin ich voll auf das Spiel fokussiert und darauf, was im Spiel auf mich zukommen könnte. In der Kabine hängen die Kameras an der Decke, was ich aber gar nicht richtig gemerkt und dann erst in den Videos gesehen habe. Wenn ich solche Videos sehe, denke ich: Oh wow, das bin ja ich. Das ist schon auch für uns etwas Besonderes, uns jetzt in so einer Doku zu sehen. Manchmal erinnere ich mich gar nicht mehr, was ich vor der Kamera gemacht oder gesagt habe. Aber ich bin die dieselbe Person vor und hinter der Kamera. Ich bin einfach immer ich selbst.

In Episode 2 erklärst du einem jungen Fan während der FC-Stadtrundfahrt, dass es wichtig ist, immer an sich zu glauben und dass man alles schaffen kann, wenn man nur selbst daran glaubt. Woher kommt diese Einstellung bei dir?
Ich bin ein gläubiger Mensch. Wahrscheinlich kommt es daher. Außerdem habe ich sehr positive Freunde. Ich umgebe mich mit Menschen, die mir helfen, zu wachsen – nicht nur als Fußballer sondern auch als Mensch. Wenn ich schwere Zeiten in meinem Leben hatte, war es auch für mich schwierig, an mich selbst zu glauben und daran zu glauben, was ich erreichen kann. Wir hatten nicht viel, ich musste mir alles erarbeiten. Auch mir mussten Menschen erst einmal beibringen, dass ich alles erreichen kann, wenn ich daran glaube. Egal woher man kommt oder welchen Hintergrund man hat, man hat sein Leben selbst in der Hand. Wenn ich jemandem helfen kann, auch daran zu glauben, werde ich das immer tun. Das Leben dreht sich nicht um mich, sondern darum, anderen zu helfen.

Was hilft dir, wenn es dir einmal schwerfällt, an dich selbst zu glauben?
Ich habe zwei Freunde, die mir immer helfen würden. Ich kann mit ihnen über alles reden. Eigentlich spreche ich von ihnen auch nicht als meine Freunde, sie sind meine Familie geworden. Und ich habe immer auch Gott. Wenn mich das Leben einmal umwirft, weiß ich, dass Gott mir wieder aufhilft.

Der FC ist nach PEC Zwolle erst deine zweite Karrierestation. Im Alter von zwei Jahren bist du mit deiner Familie von München nach Zwolle gezogen. Wie schwer fiel es dir jetzt, von zu Hause wegzugehen? 
Ich musste einfach einmal aus meiner Komfortzone raus – und Zwolle war meine totale Komfortzone. Ich kannte dort jeden, alle kannten mich. Es war eine tolle Zeit, aber es war auch einmal Zeit für etwas Neues.  Jetzt sind der FC und Köln meine neue Heimat. Ich genieße meine Zeit hier. Früher habe ich mir schon immer Sorgen um die Zukunft gemacht und mich gefragt, ob ich wirklich etwas Neues wagen soll. Was passiert, wenn ich etwas riskiere? Heute lebe ich von Tag zu Tag. Der heutige Tag hat seine eigenen Sorgen. Der morgige Tag hat neue Sorgen. Aber jeder Tag zählt. 

Der Tag des Auswärtsspiels in Freiburg war bestimmt für dich nicht einer der besten Tage. Der Zuschauer sieht in der Saison-Doku auch, dass du beim Spiel wegen der heißen Temperaturen kollabierst und dich in der FC-Kabine übergeben musst. Wie hast du das Spiel erlebt?
Wow. Freiburg. Das war wirklich keine gute Erfahrung für mich (lacht). Ich habe mich schon vorher nicht ganz so fit gefühlt. Ich war mir aber sicher, dass es für das Spiel reichen wird und dass ich alles geben kann. Ich wollte mit breiter Brust rausgehen, aber dann haben mich auch die Temperaturen umgehauen. So richtig weiß ich auch nicht, was los war. Ich habe plötzlich gemerkt, wie schwer mir das Atmen fiel und dann ging es einfach nicht mehr. Zum Glück habe ich das Spielende dann doch noch verfolgen können und Ellyes treffen sehen. Da habe ich dann auch schon wieder strahlen können.

Zwei Spieltage später hast du dann in München Rot gesehen. 
Es war die erste Rote Karte meiner Karriere. Ich wusste überhaupt nicht, wie sich das anfühlt, plötzlich vom Platz zu fliegen. Und ich kann sagen: Es ist echt kein gutes Gefühl. Ich dachte nur, was zur Hölle passiert hier gerade. Ich saß in der Kabine und starrte vor mich hin. Ich will dieses Gefühl echt nicht nochmal erleben. Es war einfach, ich muss das so sagen, scheiße.

Was folgte waren aber vergleichsweise schwere Wochen. Armin Veh und Frank Aehlig sprechen in der Saison-Doku offen darüber. Wie hast du die Phase erlebt? 
Ich würde die Phase als Rückschlag bezeichnen. Aber es war eine Phase, aus der wir auch viel mitgenommen und gelernt haben. Wir haben uns dadurch noch besser als Team kennenlernt und sind daran gemeinsam gewachsen. Wir haben die Phase als Lernprozess genutzt. Das hat man dann ja auf Schalke und gegen Paderborn gesehen. 

In wenigen Wochen dürfen sich die FC-Fans über die nächste Folge von 24/7 FC freuen. Auch der Sieg gegen den SC Paderborn wird dann Teil der Episode sein. Was kannst du den FC-Fans schon verraten? Wie war die Stimmung in der Kabine? 
Wir haben in der Halbzeit nochmal besprochen, was wir noch besser machen können. Aber vor allem haben wir uns in der Pause noch einmal richtig gegenseitig gepusht. Uns war allen klar: Den Sieg geben wir nicht mehr her. Wir wollten das unbedingt. Den Willen hat man in der Kabine gespürt. Nach Abpfiff waren wir einfach nur richtig glücklich. Jetzt wollen wir gegen Mainz die nächsten Punkte holen.

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PL. Verein Pkt.
16 1. FSV Mainz 05 9
17 1. FC Köln 7
18 SC Paderborn 07 4

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