Profis | 18.03.2016

Mergim Mavraj im GeißbockEcho

Es ist ein Privileg

Mergim Mavraj ist da, wenn er gebraucht wird. Auf dem Platz – und auch abseits des Fußballs.

Knorpelschaden. Wenige Diagnosen sind bei Fußballern so gefürchtet wie diese. Weil sie eine monatelange Pause bedeutet. Wenn es gut läuft. Wenn es schlecht läuft, gefährdet sie Fußballerkarrieren. Im schlimmsten Fall beendet ein Knorpelschaden sie sogar. So wie einst bei Bayerns Willy Sagnol. Oder bei Patrick Helmes. Mergim Mavraj wusste das, als ihm die FC-Mannschaftsärzte im vergangenen Mai erklärten, warum sein Knie immer wieder anschwoll und schmerzte. „Ich kenne Spieler, die nach dieser Diagnose nicht zurückgekommen sind. Da überlegst du schon, was das jetzt für dich bedeutet“, erinnert sich Mavraj. „Beim Knorpel hast du keine Gewissheit, ob du jemals wieder schmerzfrei spielen kannst, ob es überhaupt jemals wieder gut wird.“

Heute, zehn Monate später, hat er diese Gewissheit. Die Gewissheit, dass es bei ihm verhältnismäßig glimpflich abgelaufen ist. Ein knappes halbes Jahr dauerte die Reha, im November letzten Jahres ist er ins Training zurückgekehrt. Um sich an die Belastung im Spiel zu gewöhnen, wurde er zunächst in der U21 eingesetzt. Am letzten Spieltag der Hinrunde, beim 2:1-Sieg gegen Dortmund, hat ihn FC-Trainer Peter Stöger kurz vor Schluss eingewechselt. Mavrajs 100. Einsatz in der Bundesliga. Und ein Zeichen zum Jahresende. In der Rückrunde hat er sechs von neun Spielen gemacht, immer über die volle Distanz. Er hat die beste Zweikampfquote aller FC-Spieler, knapp 63 Prozent seiner Duelle gewinnt er. Wenn Mergim Mavraj gebraucht wird, ist er da. Nicht nur auf dem Platz.

Besuch im Krankenhaus

Gezeigt hat sich das auch kurz vor Weihnachten, als die Profis des 1. FC Köln das Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße besuchten. Der Termin ist ein guter Brauch geworden in den letzten Jahren. Die Fußballer schenken den Kindern Spielzeuge, Kuscheltiere, vor allem aber Aufmerksamkeit. Eine kleine Ablenkung für die jungen Patienten – und für die Spieler ein Erlebnis, das Spuren hinterlässt. Viele von ihnen sind tief bewegt vom Schicksal der zum Teil sterbenskranken Kinder. Mergim Mavraj erinnert sich noch gut an den Besuch im Dezember.

In kleinen Gruppen wurden die Spieler damals auf die Stationen verteilt, Mavrajs Gruppe ging in die Neurologie. Als die Spieler zu einem Mädchen ins Zimmer gehen wollen, bat die Ärztin sie, nur Englisch zu sprechen, da die Patientin kein Deutsch verstehe. „Ich habe das Mädchen auf Englisch gefragt, woher sie kommt. Ihre Antwort: Albanien.“ Von diesem Moment an existierte keine Sprachbarriere mehr. Mergim Mavrajs Eltern sind Albaner, sie wanderten noch vor seiner Geburt nach Deutschland aus, aber Mavraj spielt nicht nur für die albanische Nationalmannschaft, er spricht auch Albanisch. „Was machst du hier?“, fragte er das Mädchen. Und Emelina, so heißt sie, begann zu erzählen...

Hier geht's zur kompletten Story.

Schlagwörter:

Mergim Mavraj GeißbockEcho
  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36