Profis | 22.12.2019

Stimmen zum Spiel

Gisdol: „Riesenkompliment an die Jungs“

Nach dem 1:0-Sieg gegen Bremen sprach NetCologne FC-TV mit Rafael Czichos, Timo Horn und Markus Gisdol.

Rafael Czichos: Wir hatten eine richtig gute erste Hälfte, in der wir den Gegner dominiert haben und in den Zweikämpfen sehr griffig waren. Ich weiß nicht, ob Werder da eine Torchance hatte. Dann machen wir das Tor, mit unserer ersten richtig guten Chance. Da waren wir sehr effektiv. In der zweiten Hälfte haben wir dann die Meter gemerkt, die wir unter der Woche abgerissen haben. Wir haben uns hinten reindrängen lassen und haben viele Fehler im Aufbau gemacht. Werder war dann extrem aggressiv in den Zweikämpfen – und wir nicht mehr. Das Wichtige war aber, dass wir uns in alles reingeschmissen haben, was sich bewegt hat und so wieder zu Null gespielt haben. Mit der Euphorie, die wir dank der Fans im Rücken hatten, wollten wir die Woche unbedingt perfekt abschließen. Am Ende haben wir die drei Punkte erkämpft und uns versöhnlich in die Winterpause verabschiedet. Wir haben das Minimalziel erreicht: Wir überwintern auf einem Nichtabstiegsplatz. Mit Blick auf das ganze Jahr 2019, mit dem Aufstieg, den wir geschafft haben, war das Jahr in Ordnung, glaube ich.

Timo Horn: Jeder hätte uns vor den Spielen gegen Leverkusen und Frankfurt für verrückt erklärt, wenn wir gesagt hätten, dass wir da sechs Punkte holen. Das hätte keiner für möglich gehalten, aber wir haben zusammen mit dem Trainerteam gesagt, dass wir an uns glauben müssen – auch wenn es kein anderer tut. Es ist ganz wichtig in so einer Situation, dass man auf der einen Seite die Ruhe behält, aber auf der anderen Seite auch Dinge verändert und ganz konzentriert arbeitet. Das haben wir getan. Dass wir uns mit neun Punkten in der englischen Woche belohnen und nach so einer Hinrunde, die über weite Strecke sehr schwach war, 17 Punkte haben, ist sensationell. Darauf lässt sich in der Vorbereitung auf die Rückrunde super aufbauen. Ich hoffe, dass es im neuen Jahr genauso weitergeht. Man hat auf beiden Seite gesehen, dass die Jungs die Kräfte nach so einer langen englischen Woche verlassen haben. Die Bremer hatten ab der 60. Minute viel mit Krämpfen zu tun, wir genauso. Wir mussten Jonas früh auswechseln, das hat uns natürlich auch nicht in die Karten gespielt, weil er für uns ein extrem wichtiger Spieler in der Zentrale ist. Das war erstmal schwer zu verkraften. Mit dem langen Ball in Führung zu gehen, hat uns dann voll in die Karten gespielt. In der zweiten Hälfte kamen die Bremer nochmal, ohne groß gefährlich zu werden und bis auf eine Szene haben wir super verteidigt. Deswegen bin ich stolz auf die Jungs, was sie in dieser Woche geleistet haben. Zu-Null-Spiele tun immer gut. Ich habe persönlich immer an mich geglaubt. Es gehört auch zu einer Karriere dazu, dass man sich aus solchen Situationen wieder herausarbeiten muss. Das ist immer auch einhergehend mit dem mannschaftlichen Erfolg. Der ist in der letzten Zeit ausgeblieben und deswegen mussten ich und andere Spieler sehr viel Kritik einstecken. Wir sind aber alle kritikfähig und nehmen das an, solange es sachlich ist, und es war sicherlich auch hier und da angebracht. Nach den ersten Wochen wäre ich als Fan auch angefressen gewesen, deswegen habe ich da großes Verständnis für. Ich wünsche mir, dass die Fans weiter so bedingungslos hinter uns stehen. Man hat das vor der Südkurve nochmal gesehen. Das hat uns heute von der ersten Minute an getragen nach den Siegen gegen Frankfurt und Leverkusen. Das brauchen wir zwingend, das gibt uns Selbstvertrauen und kann ein ausschlaggebender Punkt sein, um Spiele zu entscheiden und den Gegner zu beeindrucken. Da dürfen wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern müssen eine Einheit sein. Wenn wir das auf dem Platz vorleben, schwappt das auch über auf die Ränge. 

Markus Gisdol: Ich bin stolz auf die Jungs. Uns war vor dem Spiel schon bewusst, dass das die schwierigste der drei Partien in diesen sieben Tagen wird. Gegen einen Gegner, den wir vor dem Spieltag eingeholt haben, der viel verändert hat in seiner Herangehensweise. Bremen hat uns überrascht mit ihrer Dreier- bzw. Fünferkette. Aber fußballerisch haben wir es in der ersten Hälfte gut gelöst. Wir haben geduldig gespielt und auf unsere Chancen gelauert. Wir haben dank eines tiefen Laufwegs dann auch das 1:0 gemacht. In der zweiten Hälfte hat man gespürt, was die letzten Tage körperlich angerichtet haben. Da sind die Körner weggewesen. Aber Riesenkompliment an alle Jungs, wie sie sich reingehauen und nochmal alles mobilisiert haben. So konnten wir das 1:0 über die Zeit bringen. Die Fans waren fantastisch. Unglaublich, was hier abläuft, wenn unsere Fans spüren, dass sich die Mannschaft reinhaut. In den letzten Wochen kommt da eine richtige Welle von außen – und das hilft natürlich, gerade in so einem Spiel. Uns war bewusst, dass wir nicht mehr die fußballerische Lösung finden werden. Auch die Kraft war weg. Aber es haben alle zusammengestanden und den Sieg über die Zeit gebracht. Ich bin super happy, dass wir die Punkte eingefahren haben, aber für uns gilt es, jetzt nach der Vorrunde einen Strich drunter zu machen und dann für alle ganz klar zu machen: Unser großes Ziel hat sich kein bisschen verändert. Unser großes Ziel ist, dass wir Ende Mai sagen können: Wir dürfen weiter in der Bundesliga spielen.

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PL.VereinPkt.
121. FC Union Berlin26
131. FC Köln26
14Hertha BSC26

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