Profis | 06.04.2020

FC-Geschäftsführer im Gespräch

Heldt: „Vielleicht ein kleiner Schritt in die Normalität“

In einer Videokonferenz mit Medienvertretern sprach FC-Geschäftsführer Horst Heldt am Montag über das erste gemeinsame Training, die Maßnahmen am Geißbockheim und seine Arbeit als Geschäftsführer.

Horst Heldt sprach am Montag am Geißbockheim über:

… die Rückkehr ins Training: Wir haben in strahlende Gesichter gesehen. Das hat zum einen mit dem schönen Wetter zu tun, zum anderen damit, dass wir anfangen konnten, in Kleingruppen zu trainieren. Natürlich halten wir die behördlichen Vorgaben strikt ein und führen ein Training ohne Körperkontakt durch. Nachdem die Spieler fast drei Wochen im individuellen Training waren, passt es eigentlich gut ins Bild, dass wir erstmal mit der Ballgewöhnung starten und nicht mit Spielformen oder Eins-gegen-Eins-Situationen agieren. All das findet nicht statt. Es geht darum, sich wieder an den Ball zu gewöhnen. Das hat Spaß gemacht und ist vielleicht ein kleiner Schritt zurück in die Normalität.

… die Sicherheitsmaßnahmen am Geißbockheim: Wir trainieren in drei Gruppen à acht Spielern. Zwei Gruppen sind am Tag auf dem Platz – eine Gruppe am Vormittag und eine am Nachmittag. Die dritte Gruppe arbeitet individuell zu Hause. Wir führen an den ersten beiden Tagen Tests durch, um zu schauen, wie der Stand ist. Die Laktattests finden dabei auch einzeln statt. Zwischen den Trainingsgruppen reinigen wir komplett die Kabine. In der Kabine sind jetzt acht Spieler, wo normalerweise 25 sitzen, dadurch haben wir einen gehörigen Abstand. Nach dem Training fahren alle nach Hause und duschen dort. Es wird nicht gekocht und auch nicht gemeinsam gegessen. Beim Training wird der Abstand eingehalten und Trainingsformen, die das nicht zulassen, finden auch nicht statt. Das, was die Experten empfehlen, wird eingehalten.

... die Wiederaufnahme des Spielbetriebs:  Wir reden nicht davon, dass wir morgen wieder Fußball spielen wollen. Wir hoffen, dass sich die Situation so zum Positiven hin verändert, dass wir in der Lage sind, im Mai wieder zu spielen. Wir müssen da der Politik vertrauen. Wir denken in Szenarien, die erst in einigen Wochen stattfinden. Das ist legitim, verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Situation stabilisiert und besser wird. Wir hoffen doch alle, dass es nach Ostern zu einer gewissen Art von Lockerung kommt. Natürlich gehört der Fußball gesellschaftlich auch dazu.

… das Risiko, dass ein Spieler erkrankt: Von den mehr als 1.000 Profis, die sich in der ersten und zweiten Liga auf den Trainingsplätzen bewegen, sind bisher elf Spieler positiv getestet worden. Das sind elf zu viel und trotz alledem hält es sich in Grenzen, weil die Spieler grundsätzlich ein Bewusstsein für ihren Körper haben. Sie müssen ihn sowieso immer pflegen und auf ihn achten. Von daher fällt es ihnen nicht schwer, diese Rahmenbedingungen zu akzeptieren. Das individuelle Training beinhaltet natürlich auch Läufe im Freien. Die Gefahr, dass man sich ansteckt, ist immer vorhanden. Es ist einfach wichtig, sich an die Regeln zu halten, wie andere Menschen auch. Das haben wir bisher sehr gut hinbekommen.

… seine persönliche Arbeit als Geschäftsführer in der bevorstehenden Transferperiode: Man hat grundsätzlich immer ganz viele Fragezeichen vor einem sich anbahnenden Transferfenster. Die Fragenzeichen sind jetzt nochmal verdoppelt oder verdreifacht worden. Wir wissen ja noch nicht einmal, wann das Transferfenster geöffnet wird, wie lange oder ob überhaupt. Es gibt viele Überlegungen, am Ende wird es die FIFA vorgeben, sich austauschen und die Meinungen der jeweiligen Ligen einholen. Es ist immer wichtig, vorbereitet zu sein und alle Szenarien durchzuspielen. Als Geschäftsführer mit meinem Kollegen Alex Wehrle gehen wir immer von einer Betrachtung aus, die kein Best Case ist, sondern tendenziell eher ein Worst Case. Es macht immer Sinn, von da aus zu starten.

... Folgen der Corona-Krise für die Liga: Am Ende ist es wichtig, dass alle durch diese Krise kommen. Es gibt viele Ideen, wie wir uns gegenseitig unterstützen, damit der Betrieb aufrecht erhalten bleibt. Es ist für alle in der Gesellschaft eine schwere Krise, der Fußball ist da keine Ausnahme. Aber wir machen uns jeden Tag Gedanken, wie wir diesem Ausfall, der in dieser Form nicht eingeplant war, entgegentreten können. Wir werden alles versuchen, um da gut durchzukommen. Aber einfach ist es nicht, weil wir wie alle anderen auch nicht damit gerechnet haben.

… einen Gehaltsverzicht der FC-Profis: Wir führen Gespräche und haben sie auch bald beendet. Wir haben vor zehn Tagen zunächst mit dem Spielerrat gesprochen und führen jetzt Einzelgespräche. Jeder wird mitgenommen. Wir haben ein eigenes Modell entwickelt, das auf den 1. FC Köln zugeschnitten ist. Wir haben rund 80 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, aber ohne dass ihnen Gehalt verloren geht. Es geht darum, den Betrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig keine Menschen zu entlassen.

… Ostern mit seiner Familie: Normalerweise würden wir im Garten Eier suchen. Das findet sicher in einer anderen Form statt. Wir versorgen die Großeltern mit dem gehörigen Abstand und versuchen sie zu schützen, indem wir sie zu Hause lassen und mit Lebensmittel versorgen. Wir sind hoffnungsvoll, dass wir auch mit unseren privaten Maßnahmen gut durchkommen.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36