Profis | 05.12.2014

Höhenflug mit Hindernissen

Yannick Gerhardt im GeißbockEcho

Nach seinem Senkrechtstart in der letzten Saison ist Yannick Gerhardt hart gelandet – aber nicht gestürzt. Jetzt will sich das FC-Eigengewächs zurück nach oben kämpfen.


Yannick Gerhardt fährt so BMX, wie er Fußball spielt: einfach drauf los. Beim Fototermin in einer Skatehalle in Kalk setzt er sich aufs Rad, kämpft sich die Rampe hoch, wartet nicht oben an der Kante, sondern rollt ohne zu zögern mit Tempo hinein in die Halfpipe. Es geht rauf, runter und wieder rauf. Auch daran ist Gerhardt gewöhnt. Er kennt es aus seinem Beruf als Fußballprofi. Dort ist
Yannick Gerhardt rasant gestartet und hoch geflogen. Dort hat er aber auch lernen müssen, dass nach jedem Flug eine Landung kommt. Manchmal sogar eine harte. Die Kunst ist es, wieder Schwung zu holen. Für den nächsten Sprung.

Sprünge hat Yannick Gerhardt schon einige gemacht. Er wächst im Voreifelstädtchen Kreuzau auf. Als er drei ist, melden seine die Eltern beim örtlichen Fußballclub an, dem SC Kreuzau 05. Dessen erste Mannschaft darf nach ihren Kreisligaspielen auf Clubkosten im Vereinsheim essen – was dem kleinen Yannick so imponiert, dass er hofft, es eines Tages in diese Elf zu schaffen. Daraus wird jedoch nichts. Mit neun fällt er den Spähern des 1. FC Köln bei einem Hallenturnier auf. Sie beobachten ihn ein zweites Mal und laden ihn zum Probetraining ein. 45 Minuten dauert die Autofahrt von Kreuzau ans Geißbockheim. Auf dem Weg dorthin ahnen die Gerhardts nicht, dass sie künftig einen beachtlichen Teil ihrer Freizeit auf dieser Strecke verbringen werden.

Träume vom Gratisessen

Denn ihr Sohn schlägt sich beim Probetraining so gut, dass er ab dem folgenden Sommer beim FC mitspielen darf, in der U10. Er wird im ersten Jahr Vizekapitän, im zweiten Kapitän. Er durchläuft die Jugendmannschaften des FC, wird in der U17 Deutscher Meister, in der U19 Pokalsieger und Juniorennationalspieler. Einmal nimmt Miro Varvodic, damals Ersatztorwart der Profis, Yannick und einen Teamkollegen ein Stück im Auto mit. „Wir waren beeindruckt, dass Varvodic als FC-Spieler einen Dienstwagen gestellt bekommt. Einen Mondeo, in dem man sogar sein Handy anschließen konnte“ – noch besser als Gratisessen im Vereinsheim.

Unter Stale Solbakken darf Gerhardt erstmals mit den Profis trainieren. In der Kabine sitzt er neben Lukas Podolski und bringt kein Wort heraus. Im Januar 2013 fliegt er unter Trainer Holger Stanislawski mit den Profis ins Trainingslager nach Belek. Zunächst fühlt er sich überfordert, vom Spieltempo, von der Härte, davon, dass so wenig Zeit bleibt, wenn man den Ball bekommt. „Ich dachte: Puh, ich muss noch viel lernen. Aber nach einigen Tagen hatte ich auch hin und wieder mal eine gute Aktion.“ Seine Mitspieler loben ihn in solchen Momenten. Sie kennen jetzt auch seinen Namen – „das war schon ein Erfolgserlebnis“. Das damalige FC-Management signalisiert, dass er ab der kommenden Saison zum Profikader gehören soll, dass es also bald hineingeht in die Halfpipe. Stanislawski sagt ihm, wie sehr er sich auf die Zusammenarbeit freue und dass sie gemeinsam viel Spaß haben würden. Zwei Monate später tritt der Trainer zurück...

Die komplette Titelstory über Yannick Gerhardt gibt es im aktuellen GeißbockEcho.

Die App des GeißbockEchos für das iPad und Tablet-PCs (Samsung Galaxy Tab etc.) ist über „iTunes“ beziehungsweise im „google play store“ erhältlich. Zusätzlich wird das e-GeißbockEcho für alle, die keinen iPad oder Tablet-PC besitzen, als multimediale Browser-Version sowie als PDF im Mitgliederbereich hinterlegt.

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PL.VereinPkt.
12VfB Stuttgart0
121. FC Köln0
141. FSV Mainz 050