Profis | 13.12.2020

FC-Torhüter

Horn: „Wir müssen konstant punkten“

Nach dem Sieg gegen Mainz sprach Timo Horn am Sonntag mit den Kölner Journalisten über seine Rolle als stellvertretender Kapitän, die letzten Erfolgserlebnisse und seine eigene Entwicklung.

Timo Horn sagte über…

… die anstehenden Spiele gegen Leverkusen und Leipzig: Wir haben zum Jahresende mit dem Pokalspiel zwei englische Wochen, die uns nochmal alles abverlangen. Umso wichtiger war der Sieg gegen Mainz, damit wir nicht allzu sehr unter Zugzwang stehen, sondern mit Selbstbewusstsein und sieben Punkten aus drei Partien in die Spiele gegen die Topclubs gehen können. Wenn wir vom Einsatz und vom Kampf her so spielen, dann ist auch da etwas möglich.

… die Entwicklung im Saisonverlauf: Es hat in vielen Spielen nicht viel gefehlt. Wir haben oft knapp verloren und auch gegen größere Mannschaften knappe Niederlagen einstecken müssen. Meistens war das bedingt durch individuelle Fehler, die dann zu Gegentoren geführt haben. Da kann man niemanden rausnehmen. Das hat sich durch die Mannschaft durchgezogen. Vor dem Dortmund-Spiel hat der Trainer noch einmal eine sehr gute Ansprache gehalten. Er hat gesagt, dass wir uns in einer Situation befinden, die nicht zufriedenstellend ist und die uns alle frustriert. Dass wir aber jetzt einen Schlussstrich ziehen und noch einmal von vorne anfangen. Wir geben unser Bestes, um das Ding zu drehen. Wir haben auch das System verändert und nochmal mehr Wert auf die Defensivarbeit gelegt. Es war in den letzten Wochen auch zu erkennen, dass wir defensiv besser stehen. Das ist die Grundlage. Nach vorne hin ergeben sich dann auch Chancen.

… das erste Spiel zu Null nach 21 Partien: Es tut sehr gut. Man hat darauf gewartet. Auch wenn wir in den letzten Wochen gut verteidigt haben, haben wir es nie geschafft, die Null zu halten. Jetzt tut es uns allen gut, dass wir das 1:0 über die Zeit gebracht haben. Natürlich auch mit viel Glück hinten raus. Die Mainzer hätten noch zum Ausgleich kommen können. Wir hatten viel Pech in den letzten Monaten, da war es schön, dass das Glück dieses Mal auf unserer Seite war.

… das Torhüterspiel mit einer Dreierkette vor sich: Ich muss mein Spiel immer an das System anpassen. Die Ausrichtung ist ein Stück weit defensiver. Wir laufen den Gegner tiefer an, versuchen kompakt zu stehen und die Räume eng zu machen. Das kommt mir als Torwart entgegen, dass ich die Jungs bei mir habe und dass die Abstände passen und der Raum hinter der Abwehr nicht zu groß für mögliche lange Bälle wird. Es passt im Verbund momentan gut in diesem System.

… die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam während der Negativserie: Wir als Mannschaft stehen immer hinter dem Trainer. Das ist klar. Es ist ein Team. Wir versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Der Trainer holt sich auch immer Meinungen und Rückmeldungen aus der Mannschaft. Das ist ihm wichtig. Wir haben versucht, Dinge zu verändern, um wieder in die Spur zu kommen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt das Vertrauen verloren. Wir sind gemeinsam einen Weg gegangen, das wurde vor dem Dortmund-Spiel auch noch einmal explizit angesprochen.

… seine eigene Entwicklung und die Zusammenarbeit mit Ron-Robert Zieler: Die Konstellation ist gut im Torwartteam. Wir verstehen uns und pushen uns gegenseitig. Ron bringt eine hohe Qualität ins Training. Er ist in jedem Training voll da und er verfügt über viel Erfahrung. Die Entwicklung jedes Einzelnen ist grundsätzlich einhergehend mit der Entwicklung der Mannschaft. Wenn es im Verbund gut funktioniert und die Abläufe stimmen, kommt auch jeder Einzelne besser zum Vorschein. So beschreibe ich es auch bei mir. Wir bringen als Mannschaft aktuell sehr gute Leistungen, da komme ich dann auch besser weg.

… Kritik von außen: Ich weiß, dass nach viel Regen auch wieder Sonnenschein kommt. Es gibt immer Phasen, in denen es nicht so läuft. Dann muss man sich raus arbeiten. Das habe ich gemacht. Ich bleibe fokussiert und konzentriert. Das ist entscheidend.

… die kommenden Aufgaben: Es wird enorm schwer. Beide Mannschaften sind sehr gut drauf. Vielleicht haben wir einen kleinen Vorteil, dadurch das Leverkusen erst heute spielt und wir einen Tag mehr zur Regeneration haben. Solche Dinge können wir versuchen auszunutzen. Grundlage ist aber immer die Herangehensweise der letzten Wochen. Sonst wird es schwer. Auch bei Leipzig ist es beeindruckend, wie sie alle drei, vier Tage solche Leistungen abrufen.

… seine Rolle als stellvertretender Mannschaftskapitän: Das Wichtigste ist die Kommunikation auf dem Platz. Da können wir uns als Mannschaft sicher noch weiterentwickeln. Das sehe ich auch als meine Hauptaufgabe, dass ich von hinten heraus den Abwehrverbund zusammenhalte und die Jungs wachrüttle und lautstark unterstütze. Das geht gerade in einem leeren Stadion sogar besser. Das muss man jetzt ausnutzen. Jedes Spiel als Kapitän macht mich stolz. Es ist mein Heimatverein. Ich bin seit 18 Jahren hier. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man die Jungs auf den Platz führen darf. Es ist aber auch ganz wichtig, dass Jonas bald zurückkommt. Dann gebe ich die Binde gerne wieder ab. Ich brauche sie nicht, um Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.

… Vergleiche zur Vorsaison, als der FC kurz vor Jahresende eine Serie startete: Es werden immer schnell Parallelen gezogen. Aber es sind unterschiedliche Situationen. Letztes Jahr standen wir sehr lange mit dem Rücken zur Wand, wurden schon als Absteiger tituliert und haben uns dann mit einer Serie herausgekämpft, die alle Erwartungen übertroffen hat. Sowas zu bestätigen, wird sehr, sehr schwer. Besonders, wenn man sieht, welche Gegner wir jetzt vor der Brust haben. Unser Ziel muss einfach sein, konstant zu punkten. Und dass wir nicht immer diese Aufs und Abs haben. Wir müssen konstant durch die Saison hinweg Punkte holen, um unser Ziel zu erreichen. 

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PL.VereinPkt.
13FC Augsburg26
141. FC Köln21
15Hertha BSC18

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