Profis | 25.05.2020

FC-Geschäftsführer im Gespräch

Horst Heldt: „Wir sind im Soll“

FC-Geschäftsführer Horst Heldt sprach am Montag über das Unentschieden gegen Düsseldorf, die veränderte Herangehensweise der Gegner und Spiele ohne Zuschauer.

Horst Heldt sagte über …

… das Unentschieden gegen Düsseldorf: Der Punkt war Gold wert. Es ist aber auch klar, dass wir mit der Art und Weise wie wir gespielt haben, nicht zufrieden sind. Natürlich haben wir intern einen anderen Anspruch, wir wollen diese Spiele gewinnen – gerade wenn man wie gegen Mainz 2:0 führt. Gegen Düsseldorf haben wir Moral bewiesen. Dennoch sind wir absolut im Soll, was die Ergebnisse angeht. Wir wissen noch ganz genau, wo wir angefangen haben. Und sind jetzt in einer Situation, in der wir nicht nachlassen wollen.

… die ersten beiden Spiele nach der Saison-Unterbrechung: Wir haben jetzt den Eindruck von zwei Heimspielen in Corona-Zeiten. Wir müssen weiter lernen, mit der Situation umzugehen. Wir haben das letzte Spiel direkt am Montag analysiert. Es war klar erkennbar, warum wir nicht so ins Spiel gekommen sind, wo es gehakt hat und was wir nicht so gut gemacht haben. Aber wir haben genauso auch den Fokus darauf gelegt, dass wir einen Rückstand aufgeholt haben. Es war inhaltlich ein richtig gutes Gespräch mit dem Team, in dem wir die letzten beiden Spiele eingeordnet haben. Wir merken, dass es uns schwer fällt, mit diesen Umständen umzugehen. Aber sie sind, wie sind. Jetzt müssen wir uns Lösungen erarbeiten, damit uns das leichter fällt.

… Spiele ohne Zuschauer: Es ist menschlich, mit dieser Situation Probleme zu haben. Es sind keine Roboter, die da auf dem Platz stehen.

… eine veränderte Herangehensweise der Gegner: Es geht Schlag auf Schlag. Wir haben übertrieben gesagt mehr Spiele als Training. Die Situation hat sich verändert. Die anderen Mannschaften nehmen uns anders wahr, weil wir vor Corona erfolgreich gespielt haben und es schwer war, uns zu schlagen. Jetzt hatten wir zwei Spiele, in denen wir spielbestimmender sein mussten und die Gegner auf unsere Fehler gelauert haben. Unsere Aufgabe ist es jetzt, Ideen zu entwickeln, wie wir es besser machen können. Es ist immer wichtig, etwas dazuzulernen. 

… Heimspiele ohne Fans: Sich damit auseinander zu setzen und einen Weg zu finden, damit umzugehen, ist das große Thema für uns. Wir wurden vor Corona von den Fans getragen. Man konnte es kaum abwarten ins Stadion zu kommen. Die Atmosphäre war so positiv. Man hat sich wie ein kleines Kind auf das Stadion und die Fans im Rücken gefreut. 

… Saisonziele: Wir sind Zehnter. Wir sind innerhalb der Tabelle in Anführungszeichen im Niemandsland. Aber es bleibt dabei, wir sind immer noch nicht gerettet. Dieser Umstand ist einfach wichtig. Wir sind ehrgeizig und nicht zufrieden mit dem, was wir in den ersten beiden Spielen nach der Saisonpause abgeliefert haben. Auf der anderen Seite müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass wir im Soll sind. Wir wollen kein Gefühl nach außen vermitteln, dass wir die Saison schon ad acta legen. Dafür ist es viel zu früh. Wir haben heute mit der Mannschaft darüber gesprochen, wie die Wahrnehmung jedes Einzelnen und von der gesamten Mannschaft ist. Es geht nicht darum, Ziele nach oben zu korrigieren. Wir müssen unserer Linie treu bleiben, mit der unsere Mannschaft sich wohl fühlt. 

… Unterschiede, wie die Spieler mit der Situation im leeren Stadion umgehen: Ich fange einfach einmal bei mir an. Bei mir hat sich auch etwas verändert. Ich muss auch meinen Weg finden. Jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen. Und das wird auch jeder. Vielleicht braucht es einfach noch ein, zwei Spiele, bis das jeder Spieler geschafft hat. Wir werden uns da gegenseitig unterstützen. Die Themen haben aber auch alle anderen Vereine. Es ist für alle gleich. Deniz Aytekin zum Beispiel hat ein Interview gegeben und gesagt, dass auch die Schiedsrichter von den Zuschauern gepusht werden. Diese Situation löst in uns allen etwas aus. Es wird sich aber erstmal nicht verändern. Wir müssen daher Ideen entwickeln, wie wir am besten damit umgehen. Was wir vor Corona abgeliefert haben, war kein Zufall. Es war intensive Arbeit und Qualität, die vorhanden ist. Jeder hat dazu beigetragen. 

… Anthony Modeste und Dominick Drexler: Für Dominick habe ich mich sehr gefreut, dass er zum dritten Mal hintereinander ein Tor vorbereitet hat. Er hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir gegen Düsseldorf noch zwei Tore gemacht haben. Und ich habe mich über Anthony Modeste gefreut und die Art und Weise, wie er aufgetreten ist. Man hat gespürt, dass er etwas verändern will. Er hätte in Paderborn fast schon ein Tor gemacht. Für einen Stürmer ist es elementar, dass er sich belohnt. Das kann ein guter Schritt für ihn sein. 

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36