Profis | 06.05.2016

Thomas Kessler im GeißbockEcho

„Ich bin ein glücklicher Mensch“

Thomas Kessler spricht im GeißbockEcho über seine Rolle als Ersatztorwart beim FC, seine Vertragsverlängerung und seinen großen Traum von einer Uhr.

In deinem Interview mit dem GeißbockEcho vor zwei Jahren hast du gesagt, du könntest dich nicht an das Dasein als Ersatzmann gewöhnen. Hat sich das geändert oder wieso hast du deinen Vertrag beim 1. FC Köln bis 2019 verlängert?

An das Dasein als Nummer zwei habe ich mich noch immer nicht gewöhnt. Allerdings bin ich mit dem Alter realistischer und geduldiger geworden. Auch wenn ich in dieser Saison noch kein Spiel gemacht habe: Für mich ist es wichtig, dass Große und Ganze zu sehen. Meine Aufgabe hier beim FC ist reizvoll. Die Arbeit macht mir Spaß. Ich merke, dass ich als wichtiger Teil der Gemeinschaft wahrgenommen werde.

Hättest du dir woanders deinen Wunsch nach mehr Einsätzen erfüllen können?

Mit Sicherheit. Es gab Angebote von Vereinen, bei denen ich gespielt hätte. Aber ich bin mit 30 Jahren in einem Alter, in dem nicht mehr jedes Angebot so reizvoll ist, wie es das mit 21, 22 gewesen wäre. Ich habe mit meiner Frau lange darüber gesprochen. Wir sind uns einig: Das Gesamtpaket, das uns glücklich macht, ist das in Köln.

Inwiefern wären die Angebote mit Anfang 20 reizvoller gewesen?

In jungen Jahren ist man sehr ungeduldig. Da geht man vielleicht in die zweite Liga zu einem Verein, der einen nicht so reizt, aber wo man glaubt, sich für einen besseren Verein empfehlen zu können. Hier weiß ich, dass ich ein gewichtiges Wort in unserer Mannschaft habe. Die Arbeit mit der Truppe, mit dem Trainerteam und den Verantwortlichen macht unglaublich Spaß.

Ist diese Haltung eine Lehre aus der Vergangenheit? Du warst jeweils für ein Jahr bei St. Pauli und Eintracht Frankfurt – und bist wieder zum FC zurückgekommen.

Bei St. Pauli hatte ich ein tolles Jahr und habe zu den notenbesten Torhütern der Bundesliga gehört. Das Jahr in Frankfurt lief für mich überhaupt nicht befriedigend. Wenn ich ein Zwischenfazit für meine Karriere formulieren müsste, würde ich sagen: Es hätte besser laufen können – aber auch deutlich schlechter.

Du hast bisher 32 Bundesliga-Spiele in deiner Karriere gemacht. Wieso konntest du nicht häufiger zeigen, was du kannst?

Nach meinem Jahr auf St. Pauli gab es die Chance dazu. Volker Finke, der damalige FC-Sportdirektor, sagte mir damals, dass er mich nicht zurück beim FC haben möchte, weil er auf Michael Rensing setzt. Finke hat mir zugesagt, dass ich gehen könne, wenn ich einen Club finde, der eine Million Euro für mich bezahlt. Dann hatte ich mit Hertha BSC so einen Club gefunden – und plötzlich wollte Finke drei Millionen. Er hat mir die Tür vor der Nase zugeschlagen. Das war eine der größten Enttäuschungen in meinem Fußballer-Leben.

Was hat er sich dabei deiner Meinung nach gedacht?

Ich glaube, dass er Angst hatte, mich zu einem direkten Konkurrenten gehen zu lassen. Er wollte sich nicht vorwerfen lassen müssen, einen Fehler gemacht zu haben. Deshalb hat er mir die Sache verbaut.

Aber mittlerweile sagst du: lieber zweiter Torwart in Köln als erster bei einem anderen Verein

Für 98 Prozent der anderen Vereine gilt das. Definitiv.

Wie sind die aktuellen Vertragsverhandlungen abgelaufen?

Das waren sehr offene Gespräche. Für mich war schon zu Beginn der Gespräche klar, dass das kein Pokerspiel wird, sondern auf einer fairen Ebene abläuft. Peter Stöger und Jörg Schmadtke kommunizieren sehr klar. Mir wird hier nichts vorgelogen. Ich kann besser damit arbeiten, wenn mir Leute ins Gesicht gucken und sagen: Du bist hier als Nummer zwei eingeplant, wir möchten von dir aber trotzdem sportliche Leistung sehen. Sie wissen gleichzeitig, dass sie sich auf mich verlassen können, falls ich zum Einsatz komme. Ich habe diese Saison kein einziges Spiel gemacht, aber ich finde unseren Trainer trotzdem klasse. Das allein spricht ja schon für sich.

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Thomas Kessler GeißbockEcho
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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36