Profis | 21.11.2014

"In Japan ist sowas unvorstellbar"

Nagasawa und Osako im GeißbockEcho

Kazuki Nagasawa und Yuya Osako sind beim FC nicht nur Teamkollegen, sondern auch gute Freunde geworden. Im neuen GeißbockEcho sprechen sie über Karneval, Bratwürste und die Eigenheiten des deutschen Fußballs.


Y
uya, Kazuki, wie habt ihr Freunden und Verwandten erklärt, dass beim 1. FC Köln mitten in der Saison mit roten Perücken und Pappnasen trainiert wird?
Yuya Osako: „Das ist kaum zu erklären. Für die Menschen in Japan ist sowas unvorstellbar, vor allem bei einer Profimannschaft. Das würde es dort niemals geben.“
Kazuki Nagasawa: „Freunde von mir haben die Bilder im Internet gesehen und gefragt: ‚Was macht ihr denn da?‘“ (lacht)

Und was hast du dann gesagt?
Kazuki: „Dass das in Köln ganz normal ist. Ich war ja schon bei der Karnevalsfeier im Februar beim FC, daher wusste ich, dass das hier dazugehört.“
Yuya: „Für mich war das komplett neu. Aber es war lustig.“

Woran musstet ihr euch noch gewöhnen, als ihr nach Deutschland gekommen seid?

Kazuki: „Vor allem daran, dass sonntags alle Geschäfte
geschlossen sind.“
Yuya: „Stimmt. In Japan haben wir Convenience Stores an jeder Ecke. Das sind große Geschäfte, in denen es alles gibt, was man zum Leben braucht, nicht nur Lebensmittel – und sie haben durchgehend geöffnet.“
Kazuki: „Die Deutschen verbringen ihre Sonntage eben ganz anders als die Japaner. In Japan geht man sonntags einkaufen, trifft sich mit Freunden und macht all die Dinge, zu denen man unter der Woche nicht kommt. Hier in Deutschland ist das anders. Viel ruhiger. Ich bin mal an einem Sonntagmorgen aufgestanden und zum Supermarkt gelaufen, um mir Frühstück zu kaufen – und stand dann vor verschlossenen Türen. Zum Glück gab es in der Nähe ein Café, das geöffnet hatte.“

Wie kommt ihr denn aus kulinarischer Sicht zurecht in Deutschland?
Yuya: „Deutsches Essen ist gut, aber ich bin so an japanisches Essen gewöhnt, dass ich am liebsten in japanische Restaurants gehe, wenn ich die Zeit habe. Ich habe hier in Köln Lokale gefunden, in denen es richtig gutes japanisches Essen gibt. In manchen Wochen bin ich drei- bis viermal dort.“
Kazuki: „Beim deutschen Essen sind die Portionen riesig – das schafft man kaum. Aber es gibt natürlich leckere Sachen. Zum Beispiel Bratwurst.“
Yuya: „Oder Weißwurst.“
Kazuki: „Und wenn man nicht weiß, was man nehmen soll, fragt man am besten: (spricht auf Deutsch weiter) Was empfehlen Sie?“
Yuya: „Und wenn es gut schmeckt, sagt man: (wechselt ins Deutsche) lecker.“

Das klappt ja schon ganz gut. Wie kommt ihr mit dem Deutsch lernen voran?

Kazuki: „Wir können uns verständigen, aber wenn es um sehr spezifische Dinge geht, ob auf dem Platz oder nach dem Spiel, dann wird es schwierig.“
Yuya: „Besonders kompliziert wird das Deutsche für uns, wenn die Leute Dialekt sprechen. Bevor ich zum FC kam, habe ich ja ein halbes Jahr in München gespielt. Dort haben die Menschen die Wörter ganz anders ausgesprochen als hier in Köln.“

Kazuki, wie hilfreich ist es für dich, seit Yuyas Wechsel zum FC in diesem Sommer nicht mehr der einzige Japaner in der Mannschaft zu sein?
Kazuki: „Das ist schön. Wir können uns nicht nur in unserer Muttersprache unterhalten, sondern verstehen uns auch fußballerisch, weil uns die Spielweise des anderen vertraut ist.“

Das komplette Interview mit Kazuki Nagasawa und Yuya Osako gibt es im aktuellen GeißbockEcho.

 Die App des GeißbockEchos für das iPad und Tablet-PCs (Samsung Galaxy Tab etc.) ist über „iTunes“ beziehungsweise im „google play store“ erhältlich. Zusätzlich wird das e-GeißbockEcho für alle, die kein iPad oder Tablet-PC besitzen, als multimediale Browser-Version sowie als PDF im Mitgliederbereich hinterlegt.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
12VfB Stuttgart0
121. FC Köln0
141. FSV Mainz 050