Profis | 15.09.2018

Porträt im GeißbockEcho

Jannes Horn: Neue Perspektiven

In seinem ersten Jahr beim 1. FC Köln erlebte Jannes Horn nur wenige Momente des Glücks. Trotz schwieriger Zeiten für den gesamten Club hat der U-Nationalspieler seinen Glauben an sich nie verloren, Willen gezeigt und professionell gearbeitet. Seit Saisonbeginn läuft es rund. Prägende Zeiten für einen bodenständigen Jungen aus Braunschweig.

Entspannt kommt er daher. Jannes Horn – im Februar erst 21 Jahre alt geworden – scheint so schnell nichts aus der Ruhe zu bringen. „Frag mich alles. Ich bin offen“, sagt er zu Beginn des Gesprächs über seine noch junge Karriere. In Jannes‘ Alter hat manch ein heutiger Profi noch unterklassig gespielt. Seit er von Wolfsburg nach Köln gewechselt ist, hat sich die öffentliche Wahrnehmung im Fall des gebürtigen Braunschweigers drastisch geändert. Aber er kommt damit klar. „Was andere über mich reden, die mich nicht gut kennen, interessiert mich nicht. Kritik nehme ich eigentlich nur von Leuten an, deren Meinung mir wichtig ist.“ Im Sommer 2017 verpflichtete der FC, der sich soeben für die Europa League qualifiziert hatte, das junge Abwehrtalent. Es wurde viel über die Ablöse geredet, die Horn gekostet hat. „Die Vereine handeln ja den Preis aus, dafür kann ich nichts. Ich habe mir da aber auch nie Druck gemacht.“

Von Beginn an hat in seiner bisherigen fußballerischen Laufbahn Druck keine übergeordnete Rolle gespielt. „Ich hatte schon großes Glück, dass bisher alles so gelaufen ist. Ich habe auch Mitspieler im Laufe der Jahre gehabt, die es aufgrund von Verletzungen oder mangelnder Disziplin eben nicht zum Profi geschafft haben.“ Disziplin zu halten fällt Jannes nicht schwer. „Verzicht war für mich nie ein Problem. Allerdings – ein bisschen sollte man schon leben. Man hat ja keine Garantie, dass die Karriere immer optimal verläuft. Aber ich immer darauf geachtet, es nicht zu übertreiben, weil meine Zielsetzung, einmal Profi zu werden, schon sehr früh feststand.“

Kein Wechsel zum Lokalrivalen

Als Vierjähriger begann Jannes Horn das Fußballspielen beim VfB Rot-Weiß Braunschweig, einem kleineren Club im Westen der niedersächsischen Stadt. Entgegen der üblichen Entwicklung vieler anderer Talente des Stadtgebiets zog es Jannes nicht zur bundesweit bekannten Eintracht. Schon aus sportlichen Gründen hätte dieser Schritt keinen Sinn ergeben. „Ich habe damals noch als Stürmer bei Rot-Weiß in einer sehr starken Mannschaft gespielt und wir waren besser als Eintracht. Wir haben eigentlich immer gegen sie gewonnen. Warum hätte ich dann wechseln sollen?“

Im Alter von elf Jahren erfolgte dann doch ein Wechsel, um die Karriere voranzutreiben – der VfL Wolfsburg wurde auf gleich fünf Talente von Rot-Weiß Braunschweig aufmerksam und verpflichtete sie auf einen Schlag. „Zu Ostern haben mir meine Eltern eine Einladung zu einer Ferien-Fußballschule geschenkt und parallel haben wir mit Rot-Weiß ein Freundschaftsspiel gegen die U11 von Wolfsburg absolviert. So wurden die Wolfsburger auf mich und vier weitere Mitspieler aufmerksam.“ Bei den anderen lief es über die Jahre nicht ganz so gut wie bei Jannes, sie haben es nicht zu Profis geschafft, aber sie spielen alle noch Fußball – teilweise in der zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig. „Ich habe noch zu allen Kontakt. Einer dieser vier Jungs ist nach wie vor mein bester Freund.“

Freundschaft und Familie sind für Jannes Horn absolut unverzichtbare Werte. Und er ist dankbar dafür, dass er seit seiner Kindheit eine solche Unterstützung erfährt. „Meine Mutter hat mich immer zum Training gefahren. Später gab es dann einen Fahrdienst des VfL Wolfsburg, aber ohne die Unterstützung der Familie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Das komplette Porträt gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
12 1. FC Union Berlin 20
13 1. FC Köln 20
14 Hertha BSC 19

FC-FANSHOP