Club | 22.03.2018

70 Jahre FC

Keine Titel und ein großes Unglück

Zum 70. Geburtstag beleuchtet fc.de jeden Donnerstag ein Jahrzehnt des 1. FC Köln und blickt zurück auf historische Momente. In den 90er Jahren blieb der 1. FC Köln das erste Mal titellos, dabei ist man einem Titel ganz nah. Und am Ende steht der erste Abstieg.

Was sich bereits im Laufe der 80er Jahre angedeutet hatte, nahm im folgenden Jahrzehnt Fahrt auf: Der 1. FC Köln verliert nach und nach seine feste Position in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Ein Jahrzehnt, das mit der bis heute letzten Vizemeisterschaft begann, endet für den FC erstmals in der Vereinsgeschichte in der 2. Bundesliga.

1990: Vizemeisterschaft und UEFA-Pokal-Halbfinale

Die Saison 1989/1990 läuft rund für den FC. In der Vorrunde ist das Team von Christoph Daum dreimal Tabellenführer, am Ende der Saison landet es auf dem zweiten Platz hinter dem FC Bayern München.

Im UEFA-Pokal kämpft sich der FC bis ins Halbfinale vor, wo man sich der „alten Dame“ Juventus Turin gegenübersieht. Nach einem 3:0-Rückstand in Turin, schaffen Falko Götz und Ralf Sturm im italienischen Dauerregen mit ihren Toren noch den wichtigen Anschluss. Der FC braucht im Rückspiel damit nur ein 1:0, um ins Endspiel einzuziehen. In Müngersdorf präsentiert sich Juventus allerdings typisch italienisch und bringt das 0:0 mit einer sehr defensiven Ausrichtung über die Zeit – auch wenn Paul Steiner kurz vor Schluss die Riesenchance zum Siegtor auf dem Fuß hat.

Nach der Saison reisen vier Spieler aus dem FC-Kader mit dem deutschen Team zur Weltmeisterschaft und holen den Titel. Im Finale von Rom stehen mit Bodo Illgner, Pierre Littbarski und Thomas Häßler drei Kölner auf dem Platz. Zu diesem Zeitpunkt hat der FC bereits für die spektakulärsten Schlagzeilen der Sommerpause gesorgt: Der FC-Vorstand war extra zu Trainer Christoph Daum gereist, der die WM in Italien verfolgte, um ihn im Trainingsquartier der Nationalmannschaft zu entlassen.  „Wir saßen auf der Terrasse, als es hieß, da sind Leute vom FC im Anmarsch. Wir haben uns eigentlich gefreut“, berichtete Pierre Littbarski später im Express. Neuer FC-Cheftrainer wird Erich Rutemöller.   

22. Juni 1991: Elfmeterkrimi im Pokalfinale

Die Bundesliga-Saison läuft durchwachsen, der FC landet auf Platz 7. Doch im DFB-Pokal führt Erich Rutemöller die Mannschaft bis ins Finale nach Berlin. Berühmt wird er auf di4esem Wege jedoch, weil er im TV-Mikrofon gesteht, seinem Stürmer Frank Ordenewitz mit dem Satz „Mach et, Otze“ erlaubt zu haben, dass er sich im Halbfinale gegen Duisburg absichtlich einen Platzverweis einhandelt – in der Hoffnung, dadurch die fällige Sperre in der Liga absitzen zu können, weil er fürs DFB-Pokalfinale ohnehin wegen einer Gelbsperre ausgefallen wäre. Doch der DFB ändert kurzerhand die Regeln und sperrt Ordenewitz trotzdem. Das Finale vor 73.270 Zuschauern wird hoch dramatisch. Den Bremer Führungstreffer gleicht „Mucki“ Banach in der 62. Minute aus. Dabei bleibt es auch nach 120 Minuten. Weltmeister Pierre Littbarski verschießt im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter, Bremen holt den Titel.

17. November 1991: Große Trauer um Maurice „Mucki“ Banach


Der Start in die Saison misslingt vollkommen, Erich Rutemöller muss gehen, Mitte September übernimmt Jörg Berger den noch sieglosen FC. Große Hoffnung der Fans ist trotz des Fehlstarts in die Liga Stürmer Maurice Banach. Der Sohn einer Deutschen und eines amerikanischen Soldaten führt die Torschützenliste an und steht vor einer Nationalmannschaftskarriere. Doch am 17. November 1991 reißt den 24-Jährigen ein Autounfall auf dem Weg zum Training aus dem Leben. Der 1. FC Köln befindet sich in Schockstarre. Jörg Berger schafft mit dem Team dennoch nach und nach die Wende und führt den FC am letzten Spieltag auf Platz 4 – es soll für 25 Jahre die letzte Qualifikation für den UEFA-Pokal werden.

9. Mai 1998: Der erste Abstieg

Die folgenden Jahre sind ein schleichender Abstieg, trotz zwischenzeitlich hoffnungsvoller Phasen unter Morten Olsen und Peter Neururer. 1992 verspielt der FC ein 2:0 aus dem Hinspiel und scheidet nach einem 0:3 in Glasgow in der ersten Runde des UEFA-Pokals aus. 1995 fliegt der FC zu Hause im Halbfinale gegen den damaligen Zweitligisten VfL Wolfsburg aus dem Pokal, 1997 verlässt Bodo Illgner den Club über Nacht in Richtung Real Madrid. In der Saison 1997/98 erwischt es das Bundesliga-Gründungsmitglied schließlich. Vermeintlich längst gerettet, holt der FC in seinen letzten sieben Partien der Saison nur noch drei Punkte und steigt als 17. mit 36 Punkten ab. Und es kommt noch schlimmer. Weil der direkte Wiederaufstieg unter Trainer Bernd Schuster in der Saison 1998/99 klar verpasst wird, befindet sich der 1. FC Köln zum Start ins neue Jahrtausend in der 2. Liga – immerhin als souveräner Herbstmeister mit Kurs auf die Rückkehr.  

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
13Hertha BSC26
141. FC Köln23
151. FSV Mainz 0522

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