Profis | 26.02.2020

FC-Verteidiger

Leistner: „Ich will noch mehr zeigen“

Beim 5:0-Sieg gegen Hertha BSC feierte Winterneuzugang Toni Leistner sein Debüt für den 1. FC Köln – und in der Bundesliga. Im Interview mit fc.de spricht er über seine Premiere, seine Erfahrungen als Profi in England und die Stimmung im RheinEnergieSTADION.

Toni, herzlichen Glückwunsch zum Bundesliga-Debüt beim 5:0-Sieg gegen Hertha. Fühlt sich Erstligafußball anders an als das, was du aus der zweiten Liga in Deutschland und England kanntest?

Es gab einen runden Ball, dem 22 Spieler hinterhergejagt sind – also war alles vertraut (lacht). Ich habe ja bisher nur ein Spiel Erfahrung, aber mein Eindruck ist: Es kochen alle nur mit Wasser und vieles ist tagesformabhängig. Ich bin jedenfalls froh, dass wir gegen Hertha einen guten Tag erwischt haben.

Du persönlich auch. Deine Zweikampfquote lag bei 100 Prozent.

Ja, mir haben einige Leute gesagt, dass man schlechtere Debüts haben kann. Das freut mich. Aber wichtig ist vor allem, dass wir zu Null gespielt haben und mit drei Punkten im Gepäck nach Hause gekommen sind.

Wieso musstest du eigentlich 29 werden, bis du das erste Mal Erstligafußball gespielt hast?

Es gibt viele Faktoren. Ich war sicher kein Frühstarter. Um es in die Bundesliga zu schaffen, braucht man aber auch viel Glück. Einen Trainer, der im richtigen Moment auf einen setzt. Einen Verein, der einem vertraut. Aber so schlimm finde ich es auch gar nicht, dass ich erst jetzt, mit 29, das erste Mal in der Bundesliga gespielt habe.

Deine vorherige Station war ja auch nicht die allerschlechteste: Du hast beim Londoner Traditionsclub Queens Park Rangers in der zweiten englischen Liga gespielt, warst dort Kapitän und hattest ein eigenes Lied, das die Fans dir zu Ehren angestimmt haben. Klingt nach einem Traum für Fußballromantiker. Wieso hast du das aufgegeben?

Es war schon schön dort und die englische Championship ist vom Niveau her bestimmt die beste zweite Liga der Welt. Da gibt es gute Mannschaften und Spieler mit großen Namen, Leute wie Wayne Rooney oder Peter Crouch. Aber als ich beim ersten Spiel nach meinem Wechsel zum FC gegen Freiburg auf der Bank saß, habe ich gemerkt, was mir in England gefehlt hat: die Stimmung in den Stadien. In England wird gar nicht so viel Stimmung zugelassen, wie man vielleicht denkt. Es gibt nur Sitzplätze und sobald jemand etwas länger steht, kommt gleich jemand von der Security und ermahnt die Leute. Versteh‘ mich nicht falsch, es ist großartig, wenn einen die Fans besingen, nachdem man jemanden umgegrätscht hat – aber wenn der 1. FC Köln anruft, dann sagt man nicht Nein. 

Die Stimmung im RheinEnergieSTADION kanntest du bis zu deinem Wechsel nur als Gegner. Du hast sie in bleibender Erinnerung gehabt, wie du in der FC-Saisondokumentation 24/7 FC erzählt hast. 

Stimmt. Das war, als ich mit Dresden hier in Köln gespielt habe. Damals war ich noch relativ jung, hatte nicht viele Spiele in den Beinen und zuvor noch nie in so einem großen Stadion gespielt. Da kann man schon mal sprichwörtlich die Hosen voll haben. Seit meinem Wechsel habe ich die Stimmung im RheinEnergieSTADION zweimal erlebt, gegen Freiburg, als es bei einem 4:0-Sieg natürlich großartig war, aber auch gegen Bayern. Selbst da, bei einem 1:4, waren die Fans immer da und haben uns nach vorne gepeitscht. Da merkt man einfach ihr Feingefühl. Sie haben einzuschätzen gewusst, gegen wen es da gerade geht.

Am Samstag gegen Schalke könntest du erstmals als Spieler der Heimmannschaft vor diesen Fans auf dem Platz stehen. Welche Einsatzchancen rechnest du dir aus?

Ich rechne mir gar nichts aus. Mir war bei meinem Wechsel zum FC klar, dass ich mich erstmal hinten anstellen muss. Gegen Hertha habe ich wegen der Gelbsperre von Seb Bornauw die Chance bekommen, zu beweisen, dass ich Bundesliga drauf habe. Jetzt liegt es an mir, noch mehr zu zeigen und es dem Trainer so schwer wie möglich zu machen, eine Entscheidung gegen mich zu treffen. Dafür trainiere ich hart, aber das machen die anderen Jungs auch.
 

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PL.VereinPkt.
9TSG 1899 Hoffenheim35
101. FC Köln32
111. FC Union Berlin30

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