Profis | 17.09.2021

Interview im GeißbockEcho

Louis Schaub: Beitrag zum Erfolg

Louis Schaub steht seit 2018 beim 1. FC Köln unter Vertrag, war jedoch die vergangenen eineinhalb Jahre nach Hamburg und Luzern verliehen. In der Wahrnehmung der FC-Fans tauchte der Österreicher etwas ab, spätestens nach dem überraschenden Pokalsieg mit dem FC Luzern ­sowie als Nationalspieler während der EM hatten ihn die meisten ­wieder auf dem Schirm. Jetzt greift der 26-Jährige beim FC neu an, will seine Chancen nutzen – und hat dies zuletzt mit seinem Tor gegen Bochum untermauert.

Louis, du bist diesen Sommer nach eineinhalb Jahren Leihe wieder ans Geißbockheim zurückgekehrt und hast dich für den Verbleib in Köln entschieden. Inwiefern ist die bisherige Rolle als Einwechselspieler für dich okay?
„Wenn ich nach eineinhalb Jahren hier direkt wieder Anspruch auf einen Stammplatz erhoben hätte, wäre das komisch gewesen (lacht). Deswegen war klar, dass ich mich reinarbeiten muss. Und ich bin froh, dass ich bislang in jedem Spiel eingewechselt wurde. Der Trainer betont immer, dass jeder Spieler des Kaders gebraucht wird. Auch die Einwechselspieler können neue Impulse ins Spiel geben und somit in kurzer Zeit zum Erfolg beitragen.“

Wie in deinem Fall im Heimspiel gegen Bochum.
„Das war der Idealfall mit einem Tor und dem Sieg am Ende. Ich würde selbstverständlich gerne auch von Beginn an spielen. Aber in welcher Rolle auch immer werde ich alles für den Erfolg der Mannschaft geben.“

Was waren die Gründe, die im Sommer für den FC gesprochen haben?
„Mit neuem Trainer und neuem Sportchef ist es ja meistens so, dass die Karten neu gemischt werden. Ich habe nach der EM mit dem Trainer telefoniert, und er hat mir gesagt, dass ich meine Chance bekommen werde. Uns hat es als Familie in Köln immer sehr gut gefallen. Und für mich war in den ersten eineinhalb Jahren beim FC ja auch nicht alles schlecht. Nur weil es eine Zeit lang blöd gelaufen ist, muss ich ja nicht auf den gesamten Club sauer sein. Jetzt sind andere Personen verantwortlich und ich will hier zeigen, warum man mich damals verpflichtet hat. Es gibt nicht viele Vereine, die so elektrisieren wie der 1. FC Köln. Wenn man die Gelegenheit hat, hier zu spielen, muss man auch alles reinwerfen. Nach der Vorbereitung und dem Saisonstart wäre in Sachen Transfer ja immer noch etwas möglich gewesen, aber die Gespräche und die Perspektiven waren und sind gut. Ich freue mich sehr, dass es bislang so läuft.“

Schauen wir zunächst einmal zurück. Wir haben ­unser erstes GeißbockEcho-Interview 2018 kurz nach deinem Wechsel nach Köln geführt. Seitdem ist viel passiert …
„Das kann man wohl sagen. Mein Traum war immer, in der Bundesliga zu spielen. Damals war der FC gerade abgestiegen und unser primäres Ziel war der Aufstieg. Das haben wir 2019 geschafft. Nach einem halben Jahr in der Bundesliga haben sich dann die Umstände geändert und man hat nicht mehr auf mich gesetzt. Das war keine einfache Zeit. Ich hatte einen Vertrag für vier Jahre unterschrieben und dann geht man ­eigentlich davon aus, dass man diese Zeit auch bei ­einem Club verbringt.“

Bis zu deinem Wechsel nach Köln ging deine ­Karriere kontinuierlich bergauf. Wie sehr hattest du an der damaligen Entscheidung zu knabbern?
„Es war schon ein Schock. Ich würde lügen, wenn ich etwas anderes sagen würde. Mir wurde nicht gesagt ‚es wird schwer für dich‘, sondern es wurde konkret gesagt, dass ich nicht mehr eingeplant bin und nicht mit ins Winter-Trainingslager fahren werde. Das war kurz vor Weihnachten und für mich und meine Familie natürlich keine schöne Nachricht. Die freien Tage konnte ich nicht genießen, denn ich wusste ja nicht, wie es weitergeht. Ich bin schon eine Weile dabei und weiß, dass sich bei Trainerwechseln immer etwas ­verändert. Wenn man als Spielertyp nicht mehr ins System passt oder andere Gründe vorliegen, dann ist das so. Es kann schnell gehen, aber das war schon ­brutal. Es hat etwas gedauert, bis ich verarbeitet hatte, nicht mehr gewollt zu sein – das gebe ich zu.“

Mit dem Hamburger SV hat sich eine traditionsreiche Alternative aufgetan. Auch im damaligen zweiten Zweitligajahr hat der HSV die Rückkehr in die Bundesliga verfehlt. Wie hast du das halbe Jahr dort erlebt?
„Erstmal war ich froh, schnell einen neuen Verein gefunden zu haben, der zu meinen Vorstellungen passte. Der HSV ist auch ein großer Traditionsverein. Es war eine super Erfahrung in Hamburg, auch wenn das Ziel am Saisonende nicht erreicht wurde. Vor Corona habe ich jedes Spiel gespielt. Wir waren auf einem guten Weg. Gegen Ende wurde es dann unruhiger und wir wissen, wie es ausgegangen ist. Damit war auch klar, dass der HSV die Kaufoption nicht ziehen würde. Aus Köln kam das Signal, dass ich für den Profikader weiter­hin nicht eingeplant sei. So mussten wir uns erneut nach einem Verein umsehen. Trotzdem habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, dass ich irgendwann wieder für den FC auflaufen würde.“

Das komplette Interview mit Louis Schaub gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
8VfL Wolfsburg20
91. FC Köln19
10VfL Bochum 184819

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