Profis | 21.02.2014

Mehr Spaß und nette Gäste

Nächster Gegner: Greuther Fürth

Greuther Fürth ist nach einem Jahr Erstklassigkeit zurück in der 2. Bundesliga. Die Spielvereinigung mischt ganz vorne mit und gilt als heißer Aufstiegskandidat – die Vereinsführung will davon allerdings nichts wissen. Stabilität und Ruhe bringt vor allem Trainer Frank Kramer, der auf einen Mix aus erfahrenen Kräften und jungen Talenten setzt. Durch eine Virus-Infektion ist die Vorbereitung der Spielvereinigung auf die Begegnung gegen den FC allerdings erheblich gestört.


An ein Training war am Donnerstag und auch am Freitag in Franken nicht zu denken. Nach einer Infektion mit dem hochansteckenden Norovirus wurde das gesamte Trainingszentrum der Fürther geschlossen und desinfiziert. Insgesamt acht Spieler und sechs Trainer sowie Betreuer, darunter auch Chefcoach Frank Kramer, sind derzeit erkrankt. „Das sind natürlich alles andere als gute Voraussetzungen für das Spiel“, sagt Fürths sportlicher Leiter Rouven Schröder. Eine Spielverlegung oder gar Absage sei nach Auskunft der Deutschen Fußball-Liga (DFL) aber nicht möglich. Daher setzen die Franken alles daran, auch am Montag eine schlagkräftige Truppe aufbieten zu können. Dass sie diese häufig vorweisen können, zeigt ein Blick in die vergangenen Spielzeiten.

Franken haben den Ruf, besonders bodenständig und bescheiden zu sein. Eigenschaften, die auch der SpVgg Greuther Fürth zugesprochen werden. Bei der Spielvereinigung kommt allerdings noch ein entscheidendes Attribut hinzu: humorvoll. In den letzten Jahren glänzten die Fürther immer wieder durch Selbstironie. Gelegenheiten gab es genug. Lange sah es so aus, als würden die Fürther den Stempel „Die Unaufsteigbaren“ nie los: 2002: Platz 5, 2003: Platz 5, 2005 bis 2007: Platz 5. 2009, logisch, Platz 5. 2011 waren sie mit Platz 4 sogar noch näher am Aufstieg – aber wurden ihrem Spitznamen wieder gerecht. Da hatte die Spielvereinigung schon längst die „Unaufsteigbaren-Tour“ gestartet, die sie auf ihrem Mannschaftsbus bewarben und schließlich „wegen des großen Erfolgs“ verlängerten. 

Doch in der Aufstiegssaison 2011|2012, als Greuther Fürth an der Tabellenspitze thronte, brach das Team nicht ein, ließ die Spötter verstummen und souverän in die Bundesliga auf. Dort gewann die SpVgg viele Sympathien, aber wenig Punkte – und nahm den direkten Abstieg wieder mit Humor. Auf einer Plakataktion nannten sie ihren Abstecher in die Bundesliga als misslungenen Urlaub „mit wenig Spaß und anstrengenden Gästen“. Unter einem Bild mit Handtüchern der Bayern, des BVB und anderen Topclubs auf einer Strandliege texteten die Franken: „Nächstes Jahr fahren wir woanders hin.“ 

Ein geschlossenes Team

Und siehe da: Die Ausflüge in der laufenden Saison machen wieder richtig Spaß. Unter Trainer Frank Kramer gelang der Umbruch nach dem Abstieg auf Anhieb. Mit bescheidenen Zielen in die Saison gegangen, präsentieren sich die Fürther als klarer Aufstiegskandidat. Spielmacher Zoltan Stieber gehört zu den besten Scoren der Liga und hinten hält der erfahrene Mergim Mavraj den Laden zusammen. Eine gute Vorbereitung und die Rückkehr von Leistungsträgern wie Nikola Djurdjic und Goran Sukalo geben den Fürthern zusätzlich Hoffnung auf den direkten Wiederaufstieg. Davon will der Fürther Klubchef Helmut Hack allerdings nichts hören, schließlich sei er lang genug im Geschäft, um zu wissen, dass die Rückrunde immer anders verlaufen kann als die Hinrunde.

Um ein Abrutschen zu verhindern, setzten die Grün-Weißen auch dieses Jahr wieder eine bewährte Form der Vorbereitung. Statt ihre Handtücher wie fast alle anderen Clubs im Süden auszubreiten, fuhr Fürth nicht etwa woanders hin – sondern gar nicht erst los. Trainiert wurde im kühlen Fürth. Die Fans sind umso heißer auf den Aufstieg und sorgen mit über 7.000 verkauften Dauerkarten für echte Euphorie. „Nächstes Jahr fahren wir woanders hin“ – das könnte schneller als vermutet erneut wahr werden und doch wieder in der Liga mit den anstrengenden Gästen enden. Traurig wäre in Fürth bestimmt trotzdem niemand.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36