• Club | 11.12.2019

    10.000 Kilometer mit dem Geißbock auf der Brust

    Mit dem Rad zum Nordkap

  • Club | 11.12.2019

    10.000 Kilometer mit dem Geißbock auf der Brust

    Mit dem Rad zum Nordkap

FC-Mitglied Gregor Radomski hat sich im vergangenen Sommer auf eine abenteuerliche Reise begeben. Der 46-jährige Kölner legte 10.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und radelte im FC-Trikot von der Domplatte bis zum Nordkap. Anerkennung gab es dafür reichlich – auch von FC-Profi Noah Katterbach.

Gregor, 10.000 Kilometer freiwillig mit dem Fahrrad fahren. Wie bist du auf diese verrückte Idee gekommen?

Das Ganze war vor ungefähr drei Jahren eine Schnapsidee. Ich fing an, mit meinem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und plötzlich hatte ich den Wunsch, mal eine größere Tour zum Nordkap zu machen. Da ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich mein Ziel wirklich erreiche, waren tatsächlich nur meine Partnerin und drei gute Freunde eingeweiht. Meiner Familie habe ich lediglich gesagt, dass ich viereinhalb Monate mit dem Fahrrad in Europa unterwegs sein werde. Ich musste meiner Mutter aber versprechen, jeden Tag einen Standort zu schicken, damit sie weiß, dass es mir gut geht. Am 12. Mai 2019 bin ich schließlich von der Domplatte aus losgeradelt.

Wie hast du dich vorbereitet?

Natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie viele Kilometer ich ungefähr machen kann und was körperlich auf mich zukommt. Ich mache grundsätzlich viel Sport, deshalb fühlte ich mich fit genug für die Tour. Was die Höhenmeter angeht, hatte ich mich allerdings massiv verschätzt. Da habe ich mit 25.000 bis 40.000 Metern kalkuliert, am Ende wurden es dann aber 93.000. Ich habe Tage gehabt, an denen ich körperlich an meine Grenzen kam. Fahrrad, Gepäck, Steigung – das spürt man in den Knochen.

Gab es Momente, in denen du die Tour abbrechen wolltest?

Etwa 10 Kilometer vor dem Nordkap hatte ich meinen schwierigsten Moment. Dort hat mich ein Sturm erwischt und mein Zelt komplett zerstört. Ich wurde dann von Mitarbeitern des Nordkaps mitten in der Nacht aufgesammelt und in ein Hotel gebracht. Körperlich war ich komplett am Ende, aber mir war klar, dass ich am nächsten Tag nach oben fahren musste. Hätte ich mein Hauptziel nicht erreicht, hätte ich vermutlich keine Motivation mehr gehabt, weiterzumachen. Die Unterstützung meiner Familie und auch der wachsenden Fangemeinde in den sozialen Netzwerken haben mir dabei enorm geholfen.

Am 30. Juni bist du am Nordkap angekommen – wie groß war die Freude?  

So richtig freuen konnte ich mich bei meiner Ankunft gar nicht. Ich war einfach nur erschöpft. Das was ich zuvor erlebt hatte, war plötzlich alles etwas zu viel. Doch dann ist etwas Unglaubliches passiert: Als ich meinen FC-Schal vor dem Nordkap-Globus für ein Foto in die Höhe streckte, fingen 30 bis 40 wildfremde Menschen an zu klatschen, die wohl über diverse Berichterstattungen von meiner Tour erfahren haben. Ich wusste erst gar nicht was los ist. In diesem Moment flossen bei mir die Tränen. Lustig war, dass ich am Nordkap auf einen anderen FC-Fan traf. Wir haben gemeinsam ein Foto gemacht und sind auch heute noch in Kontakt.

Welches Erlebnis hat dich auf der Tour am meisten beeindruckt?

Ich hatte ein paar wirklich besondere Begegnungen. Eine davon war mit David aus Frankreich, den ich kurz vor dem Polarkreis getroffen habe. Er ist von Paris zum Nordkap zu Fuß gegangen. Da dachte ich mir: Wenn du denkst, du bist bekloppt, dann gibt es immer jemanden, der noch bekloppter ist (lacht). Das fand ich sehr beachtlich.

Wie viele Kilometer hast du täglich zurückgelegt?

An Ruhetagen etwa 30 Kilometer, ansonsten zwischen 70 und 90 Kilometern. Häufig hat mir das Wetter etwas zu schaffen gemacht. Ich habe von den Norwegern gehört, dass dieses Jahr ein sehr schlechter Sommer sei. Meine Gedanken waren allerdings: „Welchen Sommer meinen die?“. Es war katastrophal. Auch das Gewicht war nicht zu unterschätzen. Neben meinem Fahrrad und meinem Zelt hatte ich noch einen Campingkocher, Klamotten, Wasser, einen FC-Schal und meine vier FC-Trikots dabei. Das ganze Equipment wog etwa 60 Kilogramm.

Hast du wirklich ausschließlich FC-Trikots getragen?

Ja, ausschließlich. Ich war vor anderthalb Jahren in Australien und auch da hatte ich schon mein FC-Fähnchen, meinen Schal und meine Trikots dabei. An meinem ersten Tag in Brisbane sprach mich plötzlich jemand aus Krefeld an. Er konnte gar nicht glauben, dass er 16.000 Kilometer von der Heimat entfernt einen FC-Fan traf. Da habe ich festgestellt: Egal für welchen Verein man schwärmt – Fußball verbindet. Im selben Urlaub hat mich ein Australier angesprochen, der Hennes kannte. Deshalb stand für mich fest: Wenn ich die Tour zum Nordkap mache, dann nur in meinen FC-Trikots.

Wie bist du FC-Fan geworden?

Ich bin mit 13 Jahren nach Köln gekommen und die Liebe zum FC ist seitdem kontinuierlich gewachsen. Seit geraumer Zeit wohne ich in Hürth und gehe mit meinem Sohn regelmäßig ins Stadion. Zu seinem 18. Geburtstag hat er die lebenslange Mitgliedschaft bekommen. Dass wir von Rainer Mendel zum Heimspiel gegen Hoffenheim eingeladen und gemeinsam in die heiligen Katakomben gehen durften, war daher umso schöner. Auch das Treffen mit Noah Katterbach war für uns beide toll. So etwas erlebt nicht jeder FC-Fan.

Vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim traf Gregor Randomski auf FC-Profi Noah Katterbach.

Würdest du die Tour noch einmal machen?

Grundsätzlich ja, aber nicht in dieser Form. Mir hat die Naivität wirklich geholfen. Wenn ich vorher gewusst hätte, was mich hier und da erwartet, vor allem was die Steigungen angeht, hätte ich es vermutlich nicht gemacht. Als ich am 22. September wieder am Dom angekommen bin, war ich sehr stolz. Insgesamt habe ich mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt.

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PL.VereinPkt.
121. FC Union Berlin26
131. FC Köln26
14Hertha BSC26

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