• Club | 14.08.2019

    Morten Olsen feiert 70. Geburtstag

    Olsen: „Die beste Mannschaft, in der ich gespielt habe“

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    Olsen: „Die beste Mannschaft, in der ich gespielt habe“

Morten Olsen feiert heute seinen 70. Geburtstag. Drei Jahre war er Spieler und zweieinhalb Jahre Trainer beim 1. FC Köln. 1989 wurde er mit dem FC als Spieler Vizemeister, als Trainer fand seine Amtszeit ein überraschendes Ende. 16 Jahre war er Nationaltrainer Dänemarks und feierte auf vereins- und verbandsebene internationale Erfolge. fc.de sprach mit dem Dänen über seinen Ruhestand, seine Karriere und Erinnerungen an den FC.

Morten Olsen gehört zu den wenigen FC-Trainern, die zuvor auch als Profi beim 1. FC Köln gespielt haben. Der „Beckenbauer Dänemarks“ war 1986 ein FC-Neuzugang von internationalem Format – mit am Karriereende 102 A-Länderspielen, drei Belgischen Meisterschaften und einem UEFA-Pokalsieg mit dem RSC Anderlecht gehörte er zu den erfolgreichsten Spielern Europas. Als FC-Spieler (1986-1989) avancierte er zu einer der Leitfiguren der späten 1980er-Jahre und wurde mit dem FC 1989 Vizemeister. Im April 1993 kehrte Morten Olsen als Trainer nach Köln zurück, rettete den FC vor dem Abstieg. Nach zwei soliden Spielzeiten trennte sich der FC im August 1995 nach dem überraschenden DFB-Pokal-Aus bei der Beckumer Spielvereinigung vom sympathischen Dänen. Als Trainer von Bröndby IF, Ajax Amsterdam und der dänischen Nationalmannschaft errang er große Erfolge. Heute feiert Morten Olsen seinen 70. Geburtstag.

fc.de: Herr Olsen, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Gibt es zum heutigen, 70. Geburtstag eine große Party?
Morten Olsen: Nein, wir feiern in meiner Heimat Dänemark, wo ich derzeit Urlaub mache, im kleinen Familien- und Freundeskreis.

Vor drei Jahren beendeten Sie nach 16-jähriger Amtszeit ihr Engagement als Nationaltrainer Dänemarks. Wie verbringt Morten Olsen seither seinen fußballerischen Ruhestand?
Ich genieße es, Zeit zu haben nach fast 50 Jahren im Profifußball, der ein 24/7-Geschäft ist. Jetzt stehen Spaziergänge, ausgedehnte Radtouren und vor allem die Freude an der Natur im Vordergrund. Meine Frau und ich fahren oft an die belgische Küste, aber auch in unserem Wohnort bei Brüssel haben wir ein tolles Refugium. Ich hatte verschiedene Angebote als Trainer weiterzumachen, unter anderem von Nationalmannschaften und sogar aus der Bundesliga, habe mich aber bewusst dagegen entschieden. Ich hatte ein fantastisches Leben im Fußball und so, wie es jetzt ist, ist es auch sehr schön.

Aber so ganz kommt man doch vom Fußball nicht weg.
Nein, das nicht. Es bestehen weiterhin Kontakte zu ehemaligen Mitspielern oder zu Spielern die ich trainiert habe. Und natürlich schaue ich mir auch Fußballspiele an, bin ab und zu bei meinem Ex-Club RSC Anderlecht – und möchte zukünftig auch wieder öfter beim FC vorbeischauen.

FC ist ein gutes Stichwort. Wie schauen Sie auf ihre Zeit als FC-Spieler zurück?
Absolut positiv! Von der Qualität her war es die beste Mannschaft, in der ich je gespielt habe. Mit Pierre Littbarski, Bodo Illgner, Paul Steiner, Thomas Häßler oder Jürgen Kohler – alles spätere Weltmeister von 1990 – das zeigt schon die vorhandene Qualität. Wir sind Vizemeister geworden. Leider haben wir 1988/89 das entscheidende Heimspiel gegen die Bayern verloren und haben deswegen die deutsche Meisterschaft verpasst.

Sie kamen im fortgeschrittenen Fußballeralter von immerhin 36 Jahren zum FC. Würde der Morten Olsen von damals auch im heutigen Fußball so überragend mithalten können, wie damals?
Ich denke, ja! Beweisen kann ich das natürlich nicht, aber Fußball wird nicht nur mit den Füßen, sondern auch mit dem Kopf gespielt. Allerdings bräuchte ich die eben genannten Kollegen auf dem Platz, dann würde es auf jeden Fall klappen (lacht).

Vier Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn dann die Rückkehr zum FC – als Trainer. Die Mannschaft des 1. FC Köln hatte sich in dieser Zeit stark verändert.
Ja, das stimmt schon. Und wir waren auch nicht immer stabil genug. Trotzdem bewerte ich auch meine Trainerzeit beim FC als positiv. Nachdem wir 1993 den Abstieg verhindert hatten, festigte sich das Ganze wieder. Ich bin in den folgenden Jahren mit der Mannschaft nie in Abstiegsgefahr geraten. Es wurden Spieler wie Toni Polster, Dorinel Munteanu oder Sunday Oliseh verpflichtet. Im Frühjahr 1995 verlängerte ich meinen Vertrag beim FC um zwei Jahre, trotz des sehr guten Angebots eines spanischen Clubs. Als ich dann noch sehr früh in der neuen Saison entlassen wurde, war das schon eine riesige Enttäuschung für mich, da ich den Spaniern ganz bewusst abgesagt hatte, um meinen Vertrag beim FC zu erfüllen.

Apropos Vertrag – den hätten Sie dem Vernehmen nach auch ein drittes Mal beim FC unterschreiben können.
Ja, das stimmt tatsächlich. Ich hatte während der Zeit als dänischer Nationalspieler zweimal ein konkretes Angebot des 1. FC Köln, stand aber beim dänischen Fußballverband verbindlich unter Vertrag und wollte diesen auch erfüllen.

Wie sehen Sie den 1. FC Köln heute?
Im tollen, neuen Stadion war ich erst zweimal. Es ist beeindruckend, das es mit 50.000 Zuschauern fast immer ausverkauft ist. Aber Köln ist eine Fußballstadt. Wichtig ist immer eine gewisse Konstanz im Club, dann gelingt es auch, das Auf- und Ab der letzten Jahrzehnte zu beenden. Auf jeden Fall hat der FC alle Voraussetzungen dazu.

Der gesamte 1. FC Köln gratuliert Morten Olsen herzlich zum 70. Geburtstag.

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Geburtstag Morten Olsen
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PL. Verein Pkt.
14 1. FC Union Berlin 7
15 1. FC Köln 7
16 FC Augsburg 6

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