• Profis | 03.02.2017

    Wie war's damals?

    Premiere gegen Wolfsburg

  • Profis | 03.02.2017

    Wie war's damals?

    Premiere gegen Wolfsburg

  • Profis | 03.02.2017

    Wie war's damals?

    Premiere gegen Wolfsburg

Am 4. August 1990 traf der 1. FC Köln erstmals in einem Pflichtspiel auf den VfL Wolfsburg. Die Erstrundenpartie im DFB-Pokal war eine klare Angelegenheit, aber nur wenige Jahre später änderten sich die Kräfteverhältnisse. Ohnehin war der Beginn der 1990er-Jahre von großem Wandel geprägt.

Viel typischer konnte ein Spiel der ersten Runde im DFB-Pokal nicht verlaufen. Der Bundesligist 1. FC Köln reiste zum damals drittklassigen Regionalligisten nach Wolfsburg und gewann 6:1. Ein frühes Tor von Frank Ordenewitz sowie ein Hattrick von Falko Götz noch vor der Pause machten die Dominanz deutlich. In der zweiten Hälfte erhöhten Hansi Flick und erneut Ordenewitz, ehe dem Wolfsburger Olaf Ansorge neun Minuten vor dem Schlusspfiff der Ehrentreffer gelang.

Schon damals zeichnete sich jedoch ab, dass der VfL eine ambitionierte Zukunft anvisierte. 1990/91 war der Bundesligist für die Wolfsburger eine noch zu große Hürde. Zum bislang letzten Mal erreichte der FC in jener Saison 1991 das DFB-Pokalfinale, das er im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen verlor. 1992 stiegen die Wolfsburger in die 2. Bundesliga auf – und drei Jahre später sollte mit einem weiteren Spiel gegen den FC der vorläufige Höhepunkt ihrer Vereinshistorie folgen.

Was 1990 sonst noch passierte

Im August 1990 war dies noch weit weg – im Vordergrund stand nach dem Mauerfall ohnehin die deutsch-deutsche Politik. Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland mit dem Beitritt der Gebiete der DDR samt Ost-Berlin zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland souverän. Seither ist der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit auch gesamtdeutscher Nationalfeiertag.

Ende November endeten der Kalte Krieg und die Spaltung Europas in Ost und West durch die Charta von Paris. 32 europäische Länder sowie die USA und Kanada bekannten sich zu einer auf Menschenrechten und Grundfreiheiten beruhenden Demokratie, Wohlstand durch wirtschaftliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit sowie gleiche Sicherheit der Vertragsstaaten.

Wenige Wochen vor der Wiedervereinigung wurde am Potsdamer Platz Musikgeschichte geschrieben. Am 21. Juli 1990 wurde von Roger Waters das Konzert „The Wall“ aufgeführt. Da sämtliche mitwirkenden Künstler, wie beispielsweise Cyndi Lauper, Sinéad O’Connor, Joni Mitchell, The Hooters oder Van Morrison auf ihre Gage verzichteten, kam der Stiftung World War Memorial Fund for Disaster Relief eine Spende in Höhe von sechs Millionen DM (ca. drei Millionen Euro) zu.

In Sachen Größe und Standort ist das Konzert bis heute zudem in den Geschichtsbüchern. Rund 300.000 Zuschauer strömten zum Potsdamer Platz, obwohl nur 200.000 Tickets verkauft wurden. Aus Sicherheitsgründen wurden die abgrenzenden Tore geöffnet. Bis heute ist „The Wall“ das einzige Konzert, das mit einer Bühne in zwei Staaten gleichzeitig stattgefunden hat. Deutschland war noch nicht offiziell wiedervereinigt und der Veranstaltungsort lag genau auf der innerdeutschen Grenze.

Bittere zweite Begegnung

Viereinhalb Jahre nach dem ersten Pflichtspiel war es erneut der DFB-Pokal, der die Bühne für das zweite Aufeinandertreffen zwischen dem FC und Wolfsburg lieferte. Diesmal traf man im Halbfinale in Müngersdorf aufeinander. Der 1. FC Köln war als Bundesligist klarer Favorit gegen den Zweitligisten.

Die 1:0-Führung der Wolfsburger in der 20. Spielminute konnte der FC mit Spielern wie Illgner, Polster, Labbadia, Thiam, Hauptmann, Baumann, Greiner, Rudy, Weiser, Janßen, Steinmann und den eingewechselten Heldt und Andersen trotz Feldüberlegenheit nicht mehr ausgleichen. Die Sensation beziehungsweise das FC-Debakel war perfekt. Gegen Borussia Mönchengladbach wäre 1995 ein Traum-Finale zustande gekommen. Stattdessen feierte Wolfsburg mit dem Finaleinzug den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36