Profis | 21.10.2021

FC-Offensivspieler

Thielmann: „Ein Erlebnis wie kein zweites“

Vor zwei Jahren feierte Jan Thielmann als 17-Jähriger sein Bundesliga-Debüt – beim 2:0-Heimsieg gegen Leverkusen. Mittlerweile hat er 41 Bundesligaspiele für den FC absolviert. Im Interview erinnert sich das FC-Eigengewächs an sein Debüt zurück, spricht über seine sportliche Entwicklung – und erzählt, was gegen Leverkusen endlich mal Zeit wird.

Jan, was verbindest du mit dem 14. Dezember 2019?
Ich glaube, ganz Köln verbindet mit diesem Tag unseren 2:0-Heimsieg gegen Leverkusen. Für mich war es ein ganz besonderes Spiel. Ich habe mein Bundesliga-Debüt gefeiert – Emotionen pur. Ich war nervös wie nie zuvor in meinem Leben. Das erste Mal vor 50.000 Fans auf dem Platz zu stehen, war ein Riesenerlebnis für mich, das ich in meinem Leben nicht vergessen werde. Es war ein sehr intensives Spiel – extrem anstrengend. Als Tabellenletzter haben wir uns mit dem Sieg gegen Leverkusen damals aus einer schwierigen Phase befreit. Für mich ging es bei meinem Debüt vor allem darum, alles aufzusaugen. Es war ein Erlebnis wie kein zweites.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre später steht erneut ein Heimspiel gegen Leverkusen. Tabellarisch liegen beide Teams diesmal nicht so weit auseinander. Ihr seid insgesamt gut in die Saison gestartet. Wie stehen aus deiner Sicht die Vorzeichen für die Partie?
Dass Leverkusen Qualität hat, steht außer Frage. Wir müssen wieder das an den Tag legen, was wir in den Wochen vor dem Hoffenheim-Spiel gezeigt haben. Man hat gesehen, dass wir gegen Mannschaften wie Leipzig bestehen können. Auch gegen Bayern München haben wir gut gespielt. Spiele gegen Leverkusen sind aber nochmal etwas anderes. Da ist die Tabellensituation egal. Da passieren Sachen, an die man vorher gar nicht denkt. Deswegen gilt es für uns, diese Woche weiter hart zu trainieren und am Sonntag eine Topleistung zu bringen.

Seit deinem Debüt vor zwei Jahren hat sich einiges getan. In der vergangenen Saison hast du in einem Interview gesagt, dass es dein Ziel ist, sich im nächsten Schritt zum Stammspieler zu entwickeln. In dieser Saison hast du bislang viermal in der Startelf gestanden und bist einmal eingewechselt worden. Wie zufrieden bist du mit dieser Quote?
Ich bin froh, dass ich die Chance vom Trainer bekomme. Jedes Mal, wenn ich in der Startelf stehe, heißt es für mich, mich zu beweisen, damit ich in der Woche darauf wieder von Beginn an spiele. Das ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist und sich über die ganze Saison ziehen wird. Wenn man ein Zwischenfazit ziehen will, sieht das ganz positiv aus. Leider habe ich krankheitsbedingt aber auch schon einige Spiele verpasst. Am Saisonende sitzen wir hoffentlich wieder zusammen und können sagen, dass ich Stammspieler geworden bin.

Wie beurteilst du deine sportliche Entwicklung?
Ich bin ruhiger am Ball geworden und habe viel dazugelernt, was ich mit dem Ball anfangen muss. Anfangs war das alles noch ein bisschen hektisch. Ich arbeite viel an meinen Schwächen. Wir hatten viele Einheiten, in denen ich mich zeigen konnte. Es sind alles viele kleine Zwischenschritte auf dem Gesamtweg. Ich will mich bei den Profis etablieren, werde mir weiterhin Dinge von den erfahrenen Stammspielern abschauen und irgendwann selbst eine tragende Rolle einnehmen.

Inwieweit kommt dir die Spielweise unter Steffen Baumgart mit dem hohen und aggressiven Anlaufen entgegen?
Das kommt mir definitiv zugute. Dadurch, dass wir in unserem Spiel häufig offensive, aggressive Anlaufsituationen heraufbeschwören, kommt mir der neue Spielstil gelegen. Eine meiner großen Stärken liegt sicherlich im läuferischen Bereich.

Für deinen Kampfgeist schätzen dich auch die FC-Fans. Defensiv wie offensiv bist du dir für keinen Lauf zu schade. Nach deiner Auswechslung in Hoffenheim haben dir die FC-Fans trotz des enttäuschenden Ergebnisses applaudiert. Was bedeutet dir das? Oder hast du das in deinem Erschöpfungszustand überhaupt nicht richtig wahrgenommen?
Im Nachhinein – mit ein paar Tagen Abstand – freut mich diese Anerkennung natürlich. Die Fans sind ein wichtiger Faktor für uns. Aber direkt nach der Auswechslung war ich einfach nur enttäuscht über das Spiel. Dass die Fans trotzdem applaudiert haben, war eine schöne Randnotiz, hat zumindest aber so kurz nach meiner Auswechslung keine große Rolle gespielt. Da war ich in meine eigenen Gedanken vertieft.

Was muss gegen Leverkusen besser laufen als vergangenen Freitag?
Das Spiel Hoffenheim war sehr undankbar. Wir waren nicht wirklich auf der Höhe. Wir waren nicht bissig genug, was eigentlich nicht unsere Art ist. Das wollen und müssen wir gegen Leverkusen zwingend anders machen. 

Was übrigens auffällt: Ein Treffer gegen Leverkusen ist dir bislang weder als Nachwuchsspieler noch als Profi gelungen. Wird mal Zeit.
Habe ich echt noch nie gegen Leverkusen getroffen? Krass. Dann wird es wirklich Zeit. Das kommt noch.

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PL.VereinPkt.
91. FSV Mainz 0518
101. FC Köln18
11Borussia Mönchengladbach18

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