Profis | 05.05.2019

Verletzter FC-Profi

Christian Clemens: „Ich habe kein Auge zugemacht“

Kreuzbandriss. Operation. Krücken. Saisonaus: Am vergangenen Spieltag hat sich Christian Clemens schwer verletzt. Im Interview mit FC.de berichtet er von dem Verletzungsschock – und davon, wie es ihm jetzt geht.

Chrille, deine Mitspieler sind auf dem Weg nach Fürth, wo sie am Montagabend den Aufstieg perfekt machen wollen. Du kannst wegen deines Kreuzbandrisses nicht dabei sein. Wie geht es dir damit?

Ja, die Jungs wollen es unbedingt fix machen. Es ist echt schade, dass ich diesen Moment nicht mit der Mannschaft auf dem Platz erlebe. Das mit meinem Heimatverein zu erleben, war immer ein kleiner Traum von mir. Ich drücke den Jungs von der Couch aus die Daumen.

Wie hast du die Szene wahrgenommen, als du dich am vergangenen Spieltag gegen Darmstadt verletzt hast?

Ich kam ein bisschen früher an den Ball als mein Gegenspieler, kam mit dem rechten Bein auf den Boden auf – und genau in dem Moment ist er in mich reingelaufen. Mir war sofort klar, dass mein Knie etwas abbekommen hat. Deshalb habe ich der Bank direkt angezeigt: Es geht nicht weiter. Natürlich hofft man in so einem Moment, dass es nicht so schlimm ist. Dass es bloß wehtut, weil man einen Schlag abbekommen hat. Ich hatte aber so starke Schmerzen, eigentlich war mir klar, dass etwas kaputtgegangen ist.

Mannschaftsarzt Dr. Peter Schäferhoff und Physiotherapeut Klaus Maierstein haben Dich dann direkt in die Kabine gebracht.

Meine Freundin, mein Bruder und meine Mama und mein Berater kamen auch sofort runter. Es hat richtig gutgetan, in dieser Situation jemand Vertrautes dabei zu haben. Mit unserem Doc Paul Klein ging es dann direkt zum MRT in die MediaPark Klinik. Meine Familie und mein Berater kamen mit dem Auto hinterher. In der Klinik ging es direkt in die Röhre. Man darf sich eine halbe Stunde nicht bewegen, aber mein Knie hat so gepocht, das war kaum möglich. Trotz Schmerzmitteln.

Leider waren die MRT-Bilder eindeutig.

Ja, dass das Kreuzband durch ist, war deutlich zu erkennen und hieß OP. Nach so einem Tag willst Du einfach nur noch nach Hause. Die Couch steht zum Glück im Erdgeschoss, dahin habe ich es sogar mit Schiene geschafft. Rafa, Dome und Louis haben mich nach dem Spiel noch besucht, um zu schauen, wie es mir geht. Die anderen Jungs haben mir Nachrichten geschrieben. Das tat richtig gut. Das baut einen auf.

Hat sich auch dein Gegenspieler Fabian Holland gemeldet?

Ja, er hat mir einen Tag nach dem Spiel geschrieben und gesagt, dass es keine Absicht war und mir gute Besserung gewünscht.

Konntest du trotz der Schmerzen schlafen?

In der ersten Nacht habe ich fast kein Auge zugemacht. Dafür waren die Schmerzen einfach zu groß. Ich darf das Knie nicht strecken, sondern muss es die ganze Zeit in einem bestimmten Winkel gebeugt halten, mit einer speziellen Schiene. So lag ich dann auf der Couch und habe die ganze Nacht ferngesehen. Zum Glück sind gerade Playoffs in der NBA und der NHL. Damit habe ich mich abgelenkt.

Wie geht es dir jetzt?

Die Schmerzen werden Tag für Tag weniger. Aber das Knie wird noch eine Weile mit der Schiene ruhiggestellt. Jeder, der das schon mal mitgemacht hat, weiß wie sehr das einschränkt. Selbst Anziehen ist eine Herausforderung (lacht). Deshalb verbringe ich im Moment die meiste Zeit auf der Couch. Meine Freundin hilft mir, wo sie kann, bringt mir Eis für mein Knie, Essen, was ich eben gerade brauche. Dafür bin ich ihr so dankbar. Das weiß man in solchen Momenten noch mehr zu schätzen.

Wie geht es jetzt weiter für dich?

Auch wenn es mir nicht leicht fällt, muss ich jetzt geduldig sein. In der nächsten Zeit darf ich mein Bein überhaupt nicht belasten. Unseren Sommerurlaub in Griechenland und Kroatien haben wir deshalb gestrichen. Stattdessen steht Reha auf dem Programm. Das macht natürlich weniger Spaß als Urlaub, aber das ist dann am wichtigsten für mich.

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