Profis | 19.11.2019

Pressekonferenz im Geißbockheim

Heldt und Gisdol stellen sich vor

Am Dienstagmittag wurden im Geißbockheim der neue FC-Geschäftsführer Horst Heldt sowie Cheftrainer Markus Gisdol vorgestellt. Auf dem Podium sprachen zudem Alexander Wehrle und FC-Präsident Dr. Werner Wolf.

Einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe wurden der neue FC-Geschäftsführer Horst Heldt und der ebenfalls neue Cheftrainer Markus Gisdol bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Im von Kamerateams und Journalisten bis auf den letzten Platz gefüllten Geißbockheim übernahm FC-Präsident Werner Wolf die Begrüßung und erläuterte die Hintergründe zur Entscheidungsfindung:

„Die Situation, die wir Ihnen heute vorstellen, erfüllt uns mit Freude. Wir haben uns Zeit genommen, eine neue sportliche Führung zu finden. Das systematische Vorgehen ist belohnt worden. Wir wissen, dass Horst Heldt den 1. FC Köln und sein Umfeld kennt, weil er hier groß geworden ist. Er ist unter dem Trainer Erich Rutemöller Profi geworden und hat als Kind auf dem Schoß von Bernd Cullmann Fußballspiele geschaut. In seiner bisherigen Karriere als Manager hat er gezeigt, dass er Kader planen, Teams führen und sich auf wechselnde Gegebenheiten einstellen kann. Wir sind sicher, dass Herr Heldt, Herr Aehlig und Herr Wehrle hervorragend harmonieren werden.“

1. fc köln

Über den neuen Cheftrainer Markus Gisdol sagte Wolf:

„Markus Gisdol hat uns bei seiner Vorstellung mehr als überzeugt. Er brennt für diese Aufgabe und hat bewiesen, dass er schwierige Situationen meistern kann. Wir sind überzeugt, dass ihm das auch hier gelingen wird. Teile dieser Erfahrungen hat er uns geschildert. Wir sind froh, dass wir ihn und Horst Heldt gewinnen konnten. Damit ist die sportliche Führung besetzt und in guten Händen. Damit können wir uns auf das Ziel Klassenerhalt konzentrieren.“

Im Anschluss sprach FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle über die Zusammenarbeit mit Horst Heldt und die personellen Entscheidungen im Trainerteam:

„Wir kennen und schätzen uns seit unserer gemeinsamen Zeit in Stuttgart ab 2006. Horst Heldt ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Manager des deutschen Fußballs. Aber es geht hier nicht um Personen, sondern um den 1. FC Köln. Ich halte die Entscheidung des Gemeinsamen Ausschusses daher für klug und richtig. Ich möchte mich auch bei Frank Aehlig bedanken für die Leistung in den vergangenen Wochen. Er hat maßgeblich die Trainersuche in Abstimmung mit dem Sport-Kompetenzteam koordiniert. Markus Gisdol hat uns vollends überzeugt in den Gesprächen und wird mit Frank Kaspari und André Pawlak als Assistenten arbeiten. Wir hoffen, dass uns Manfred Schmid in anderer Funktion erhalten bleibt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Markus Gisdol und Horst Heldt hier beim FC Ruhe und Stabilität erzeugen können. Es ist ein guter Tag für den 1. FC Köln.“

Heldt

Der neue FC-Geschäftsführer Horst Heldt sprach über ...

… die Entscheidung für ihn als Geschäftsführer und seine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte:

„Zum Auswahlprozedere kann ich nicht viel sagen, da ich nicht dabei war. Fakt ist, dass die Entscheidung auf mich gefallen ist, und darüber freue ich mich außerordentlich. Es waren sehr gute Gespräche mit den Gremien, ein sehr professioneller Prozess und dafür bin ich dankbar. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Wer mich kennt, weiß, dass der FC für mich eine Herzensangelegenheit ist. Ich werde alles tun, um mit Alex Wehrle und dem Trainerteam gemeinsam erfolgreich zu arbeiten.“

... den Einstieg in die neue Aufgabe:

„Die kommenden Tage und Nächte werden sicher länger werden. Weil wir alle kennenlernen wollen, die Mitarbeiter und die Mannschaft. Wir brauchen einen Ein- und Überblick. Den werden wir uns verschaffen.“

... die ersten Ansätze bei seiner Arbeit:

„Wir müssen erfolgreicher Fußball spielen. Es gibt eine Aufgeregtheit rund um den Verein. Viele Leute machen sich Sorgen um den FC. Das ist in unserer Lage aber auch normal. Wir müssen jetzt gemeinsam Ideen entwickeln, damit diese Aufgeregtheit endet. Wir müssen wieder zu einer Einheit werden. Das ist nicht alleine zu schaffen, sondern nur als Team. Ich habe hier am Geißbockheim heute einige alte Gesichter und viele neue getroffen, viele motivierte Mitarbeiter kennengelernt. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir erfolgreich arbeiten.“

... die Entscheidung für den Trainer Markus Gisdol:

„Wir kennen uns. Ich bin in die Trainerfindung involviert gewesen und um meine Meinung gebeten worden. Natürlich war Markus Gisdol einer derjenigen, mit denen ich mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen konnte. Er hat oft genug bewiesen, wozu er in der Lage ist und wo er eine Mannschaft hinführen kann. Wir haben nicht viel Zeit – müssen uns aber auch nicht neu erfinden. Unsere Erfahrung ist da sehr hilfreich, um direkt in die Vollen zu gehen. Der Verein hat eine gute Entscheidung getroffen.“

... über die Zusammenstellung des Kaders und die sportliche Situation:

„Der Kader ist so besetzt, dass man selbstverständlich die Liga halten kann. Der Spielplan kann auch einen Einfluss haben. Ich habe das selbst schon erlebt, dass Gegner und Ergebnisse zu einer schwierigen Lage führen können. Dann arbeitet es in allen Köpfen. Wichtigste Aufgabe wird sein, die einzelnen Blockaden zu lösen. Daran müssen wir arbeiten, die Spieler müssen bereit sein, sich zu öffnen. Wir müssen jetzt an den richtigen Rädchen drehen, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen.“

Heldt

... seine Verbundenheit zum FC:

„Obwohl ich aus Königswinter stamme, definiere ich mich als Kölner. Ich habe zehn Jahre hier gespielt und „Mach et, Otze“ live erlebt. Auch die Niederlage im Pokalfinale 1991. Leider hatte ich da nicht den Arsch in der Hose, selbst zu schießen. Wenn man nach Köln fährt und den Dom sieht, geht einem das Herz auf. Ich brauche die Einzigartigkeit des FC aber gar nicht zu erklären. Das wissen die Leute. Ich schlucke jetzt mal und beende meinen Satz. (…) Ich möchte die Leute mit meiner Arbeit überzeugen, damit sie eines Tages sagen: Leck mich am Ärmel, mit dem Heldt hat es Spaß gemacht.“

...über seinen Beinahe-Wechsel zum FC vor zwei Jahren und die Vertragsauflösung bei Hannover 96 im Oktober:

„Damals, 2017, hat ein Einstieg als Geschäftsführer leider noch nicht funktioniert. Dafür Martin Kind die Alleinschuld zu geben, wäre nicht fair. Ich habe sicher auch manches dazu beigetragen. Meine Vertragsauflösung nun in Hannover kann man als Weitsicht bezeichnen, war aber eher eine Spekulation auf das, was passieren könnte. Nicht nur beim FC, sondern grundsätzlich. Es gibt Zyklen im Profifußball. In der Vorweihnachtszeit und dann wieder Mai, Juni, Juli fällen Vereine Personalentscheidungen. Ich wollte mich freimachen, um wieder zu arbeiten. Am Ende bin ich glücklich, dass es bei meinem Heimatverein geklappt hat.“

...über die gemeinsame Zeit mit Markus Gisdol, damals Co-Trainer von Ralf Rangnick, beim FC Schalke 04:

„Wir werden Entscheidungen im Team treffen. Das war auf Schalke so und wir auch hier so sein. Markus hat den richtigen Schritt gemacht, als er Cheftrainer wurde. Er steht für modernen Fußball und ist in der Lage, vielseitig zu agieren. Er ist nicht nur auf ein System festgelegt. Das ist aus meiner Sicht eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu sein. Mir gefällt sein Führungsstil und ich spüre die Energie, die Markus ausstrahlt. Seine Ansprache eben an die Mannschaft, da wäre ich selbst gerne nochmal Spieler gewesen und hätte gern schon in Leipzig in der Kabine gesessen, um gleich mal einem Gegner vors Schienbein zu treten.“

Gisdol

Der neue FC-Cheftrainer Markus Gisdol sprach über ...

... seine Entscheidung für den 1. FC Köln:

„Wenn man von einem Club einen Anruf bekommt und sich das erste Mal trifft, merkt man, ob es passt oder nicht. Es waren mit dem FC von Anfang an sehr gute Gespräche. Ich bin sehr glücklich, dass ich ausgewählt wurde, um die Situation hier zu meistern. Wir müssen jetzt gewissenhaft und grundlegend arbeiten in vielen Bereichen. Ich muss und werde der Mannschaft helfen, ihr Potenzial besser einzubringen. Ich kenne die Situation, zu einem Verein zu kommen, wo es nicht so gut läuft. Es ist wichtig, Ruhe reinzubringen und das Team zu entwickeln, um aus dieser Situation rauszukommen. Ich muss die Mannschaft jetzt erstmal kennenlernen und bin dankbar, einen Co-Trainer und ein Team an meiner Seite zu haben, die den FC schon kennen.“

... skeptische Fanstimmen:

„Natürlich nehme ich die Reaktionen auf meine Verpflichtung wahr. Ich habe mir aber auch vorgenommen, gewisse Dinge auszublenden. Ich kann sagen: Ich weiß, warum ich hier bin, was mich erwartet und was ich leisten kann. Aber es darf kein ‚Ich‘ sein, es muss ein ‚Wir‘ sein. Wir müssen es zusammen angehen. Ich spüre vom Verein, dass man den Weg unbedingt mit mir gehen möchte. Ich kann jetzt die tollsten Dinge erzählen. Am Ende der Saison ist es das Wichtigste, dass wir in der Bundesliga bleiben.“

... die ersten Schritte seiner Arbeit:

„Die Saison ist noch nicht einmal zur Hälfte gespielt. Jetzt werden wir Trainingsinhalte erarbeiten, die uns nicht nur kurzfristig weiterhelfen. Ich muss die Mannschaft kennenlernen, damit ich die Spieler auf den richtigen Positionen einsetzen kann, um wieder eine gewisse Stabilität hineinzubekommen. Unabhängig von der Spielweise brauchen wir einfache Mechanismen, die der Mannschaft weiterhelfen. Wir werden auch in Leipzig unsere Chance haben.“

... die gemeinsame Vergangenheit mit Anthony Modeste:

„Ich habe Anthony Modeste schon getroffen. Wir haben uns angelächelt. Ich habe ihn damals aus Bastia geholt. Wir hatten eine erfolgreiche Zeit, im zweiten Jahr hatte er dann große Konkurrenz. Dann hatte der 1. FC Köln großes Glück, ihn verpflichten zu können. Ich bin jetzt froh, ihn wiederzusehen. Einen Tony Modeste in Bestform zu haben, wäre doch großartig. Das ist jetzt hier ein Neustart für uns. Wir brauchen ihn. So wie wir alle Spieler brauchen.“

 Zum Abschluss sagte FC-Präsident Werner Wolf:

„Es wurde oft geschrieben, dass hier Chaos herrsche – das habe ich nicht wahrgenommen. Wir hatten einen geordneten Prozess und haben uns eine Meinung gebildet. Es waren viele Namen in der Zeitung zu lesen. Der eine stimmte, der andere nicht. Am Ende sind wir zu einem guten Ergebnis gekommen. Ich hoffe, dass wir ab morgen wieder in einen normalen Modus kommen und gemeinsam die Dinge anpacken können. Das heißt nicht, dass wir versprechen, dass die Mannschaft ab morgen jedes Spiel gewinnt. Aber wir werden alles dafür tun, um den Klassenerhalt zu schaffen.“

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