• Frauen | 28.09.2019

    Zeichen für Toleranz

    In den Farben vereint

  • Frauen | 28.09.2019

    Zeichen für Toleranz

    In den Farben vereint

Die Frauen- und Mädchenmannschaften des 1. FC Köln spielen mit der Kapitänsbinde in Regenbogenfarben und setzen damit ein Zeichen von Vielfalt und Toleranz. Auch FC-Profi Jonas Hector führt seine Mannschaft am Sonntag mit der besonderen Spielführerbinde an.

Als die FC-Frauen gegen Turbine Potsdam den Platz des Franz-Kremer-Stadions betreten, setzen sie ein Zeichen. Für Vielfalt. Für Toleranz und gegen Diskriminierung. Sichtbar ist es unter anderem an der Kapitänsbinde in Regenbogenfarben, die Peggy Nietgen um den Oberarm trägt. „In unseren Stadien ist jeder willkommen. Egal, wie jemand lebt oder wen jemand liebt. Wir sind stolz, dass sich der gesamte Club für Toleranz einsetzt und wir möchten diese Kultur mit der Kapitänsbinde in den Regenbogenfarben unterstützen“, sagt Nietgen.

Die Idee, diese besondere Kapitänsbinde zu tragen, entstand in der Mannschaft selbst. Außenbahnspielerin Rachel Rinast hatte den Vorschlag gemacht und alle Spielerinnen stimmten sofort zu. „Geschäftsführer Alexander Wehrle und unser Trainer Willi Breuer fanden die Aktion ebenfalls richtig gut und dann haben wir sie schnell umgesetzt und auf alle unsere Mädchenmannschaften ausgeweitet“, berichtet Teammanagerin Nicole Bender. Denn die Idee passt zu den Werten des Clubs, die der FC auch durch den Diversity-Spieltag gegen Hertha BSC und die jährliche Teilnahme am Christopher-Street-Day mit einem eigenen Wagen unterstreicht.

Unterstützung durch die JVA

Die Kapitänsbinden wurden bestellt und anschließend in der Modeschneiderei der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf (JVA) angepasst und mit dem FC-Logo versehen. Die Stiftung 1. FC Köln pflegt eine Partnerschaft mit der JVA, in der es um Resozialisierung der Gefangenen mit Hilfe des Sports geht. „Die Mädels der JVA-Modeschneiderei waren total hilfsbereit und stolz, uns unterstützen zu dürfen. Sie wollten gar keine Gegenleistung dafür haben. Wir werden ihnen trotzdem ein Dankeschön zukommen lassen. Ein kleines Brecheisen oder so, damit sie unsere Frauenmannschaften auch mal live sehen können“, sagt Bender mit einem Augenzwinkern und fügt ernst hinzu: „Wir sind wirklich sehr dankbar für die Hilfe der Mädels und haben versprochen, ihnen ein Foto von uns mit den Kapitänsbinden zu schicken, damit sie es sich an die Wand hängen können.“

Die Regenbogenfarben stehen in zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung, Frieden und Vielfalt und sind in Form einer Fahne auch zahlreich beim Christopher-Street-Day zu sehen. Als erster Bundesligist nutzte der VfL Wolfsburg eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Die ehemalige VfL-Spielerin Nilla Fischer hatte sich dafür eingesetzt.  Sie spielt inzwischen in Schweden und lebt mit ihrer Ehefrau und einem Kind. „Nilla ist ein Vorbild für viele Spielerinnen geworden“, sagt Nietgen. „Sie hat sich für ihre Überzeugung eingesetzt. Davor hat man größten Respekt, völlig egal, welche Vereinsfarben man trägt.“

Kampf um den Klassenerhalt

Mit der bunten Kapitänsbinde lieferten die FC-Frauen ein großartiges Spiel gegen Potsdam ab, gingen durch Karoline Kohr in Führung und mussten sich erst kurz vor Schluss gegen den favorisierten Topclub geschlagen geben. „Danach waren wir sehr enttäuscht. Aber das Spiel hat uns gezeigt, dass wir im Kampf um den Klassenerhalt auch gegen große Teams nicht chancenlos sind“, sagt Nietgen. Neun Tage später traten die FC-Frauen im Aufsteigerduell beim FF USV Jena an. Trotz einer 2:1-Führung durch die Tore von Eunice Beckmann und Yuka Hirano reichte es letztlich allerdings nur zu einem 2:2. „Ein Sieg in diesem direkten Duell von zwei Teams, die die Klasse halten wollen, wäre wichtig gewesen. Aber ehrlich gesagt, hatten wir an diesem Tag nur den einen Punkt verdient. Wir werden daran arbeiten, dass es wieder besser wird“, sagte Trainer Willi Breuer.

Seit dem vergangenen Spieltag tragen allerdings nicht nur die FC-Frauen in der Bundesliga die besondere Kapitänsbinde, auch die 2. Frauen, die U17, U15, U13 und U11 haben von der JVA extra angefertigte Spielführerbinden erhalten. Die Kapitäninnen oder ihre Vertreterinnen nahmen die Regenbogenbinden am Geißbockheim für ihre Mannschaften in Empfang. Lea Fromme ist neun Jahre alt und Mittelfeldspielerin in der jüngsten FC-Mädchenmannschaft, die gegen Jungs antreten und trotzdem auf dem ersten Platz der Liga stehen. In der U13 führt Julia Schiffarth ihre Mitspielerinnen auf das Feld. Sie ist Stürmerin und hat in der laufenden Saison mit acht Toren in 3 Spielen maßgeblich dazu beigetragen, dass auch die U13 Tabellenführer in ihrer Liga ist. Sophie Schrage hat die Regenbogenbinde für die U15 entgegengenommen, die auf der Sechserposition in der Mittelrheinliga zum Einsatz kommt. Carlotta Imping spielt mit der U17 in der B-Juniorinnen-Bundesliga West, die vergangene Saison Westdeutscher Vizemeister wurde. „Wir sind gegen Ausgrenzung und deswegen tragen wir die Regenbogenkapitänsbinde sehr gerne“, sagt Imping. Pia Knobloch, die mit der 2. Frauenmannschaft die Tabelle der Regionalliga anführt, ergänzt: „Das ist etwas, auf das man sehr stolz sein kann und der Fußball hilft uns, dieses Zeichen zu setzen.“

Die 1. FC-Frauenmannschaft tritt am Sonntag, 29. September 2019, 14 Uhr, Uhr beim 1. FFC Frankfurt an. Das Heimspiel der Profis am Sonntag gegen Hertha BSC steht ebenfalls unter einem besonderen Motto. Gemeinsam mit den Kölner Haien tritt der 1. FC Köln für Vielfalt und Gleichberechtigung ein – im Sport und in der Gesellschaft. Jonas Hector wird seine Mannschaft dann ebenfalls mit der Kapitänsbinde in Regenbogenfarben auf das Feld führen.

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17 1. FC Köln 7
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