Profis | 13.09.2019

Vor dem Derby

Timo Horn und Yann Sommer im Doppel-Interview

FC-Keeper Timo Horn und sein Gladbacher Kollege Yann Sommer sprechen im Doppel-Interview über das Besondere am Derby, die Favoritenrolle und ihre Erwartungen an die Partie – auf und neben dem Platz.

Was ist eure bisher schönste Erinnerung ans Derby?

Yann Sommer: Ich habe zum Glück einige schöne Derby-Erinnerungen! (lacht) Wenn ich mich auf eine festlegen muss, wähle ich das Heimspiel in der Saison 2014/15. Es war mein erstes Derby im BORUSSIA-PARK und wir waren die überlegene Mannschaft, haben aber das Tor nicht gemacht. In der Nachspielzeit hat Granit Xhaka dann doch noch den Siegtreffer per Kopf erzielt. Die Nordkurve direkt hinter mir ist regelrecht explodiert. Und dann ist Granit noch über den ganzen Platz zu mir gesprintet. Ein unvergesslicher Moment.

Timo Horn:
Während ich selbst auf dem Platz stand, war’s sicher das letzte Derby in Köln, als wir durch das Tor von Simon Terodde kurz vor dem Schlusspfiff noch gewonnen haben. Das war unglaublich, trotz des späteren Abstiegs. Und auf der Couch war es sicher der Moment, als Marcel Risse den Freistoß in Gladbach reingeknallt hat. Da war ich zwar verletzt, aber das war ein sehr schöner Moment. Insgesamt ist unsere Bilanz gegen Gladbach in den letzten Jahren eigentlich ganz gut, wir haben meistens gut gespielt, so dass es einige schöne Momente gab. 

Es gibt ja zahlreiche Derbys in der Liga. Was ist für euch das Besondere an diesem Derby zwischen Köln und Gladbach? 

Timo Horn:
Es treffen zwei Vereine mit riesiger Fanwucht aufeinander. Natürlich haben wir auch ein regionales Derby gegen Leverkusen, aber da sind wir einfach deutlich in der Überzahl, was die Fans angeht. Köln gegen Gladbach ist seit Jahrzehnten in der Bundesliga ein Klassiker zweier Traditionsvereine mit sehr großer Fanbasis. Das macht die Brisanz dieser Duelle aus.

Yann Sommer: Das Besondere daran ist sicher die Historie. Wir haben ja Gegner in der Liga, die geografisch näher dran sind. Aber auch als Spieler der heutigen Generation kommt man hier bei Borussia am Namen Hennes Weisweiler nicht vorbei. Am prägendsten für uns heute ist aber sicher die Tatsache, dass man immer wieder aufs Neue mitbekommt, dass es für unsere Fans die wichtigsten Spiele des Jahres sind.

Gladbach spielt europäisch, der FC ist Aufsteiger – aber gibt’s im Derby überhaupt einen Favoriten? 

Timo Horn: Die Vorzeichen sind schon klar. Die Gladbacher haben andere Ziele als wir sie haben. Aber in so einem Derby zählt immer nur das einzelne Spiel. Das kann man mit einem Pokalspiel vergleichen, wo es nur darum geht, weiterzukommen. Das ist in einem Derby ähnlich.

Yann Sommer: Von den Vorzeichen ist es so, wie Timo es sagt: Wir sind der Favorit und diese Rolle nehmen wir auch gerne an. Aber es sollte allen klar sein, dass das am Ende nicht über Sieg oder Niederlage entscheidet. Nur wenn wir es schaffen unsere beste Leistung abzurufen, haben wir die Chance auf drei Punkte. 

Was erwartet ihr am Samstag für ein Spiel? 

Timo Horn: Eines, das dazu passt, was ich gerade beschrieben habe. Man kann alles vergessen, was vorher war und mit einem gelungenen Spiel oder sogar einem Sieg die Fans für die kommenden Wochen für sich gewinnen. Genau das ist auch unser Ziel: dass wir ein richtig gutes Spiel abliefern und unsere eigenen Fans stolz machen. 

Yann Sommer: Die Fans und auch wir Spieler haben zwei Jahre auf dieses Spiel gewartet. Von daher wird es vermutlich noch einen Tick emotionaler als ohnehin schon. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Ich erwarte ein enges und intensives Spiel. Ich hoffe aber, dass wir auch fußballerische Akzente setzten, denn die wird es neben dem Kampf auch brauchen, um das Spiel zu gewinnen.

Vor solchen Spielen ist leider auch immer viel von nicht-sportlichen Auseinandersetzungen die Rede. Was erwartet ihr von den Fans? 

Yann Sommer:
Das Derby lebt von den Emotionen, auf dem Platz genauso wie auf der Tribüne. Wir mussten in der Vergangenheit leider schon erleben, wie es sich anfühlt, wenn nicht beide Fanlager ein Teil davon sind. Es wäre einfach nicht mehr das Derby, wenn so etwas zum Dauerzustand werden würde. Daran kann keinem Fan gelegen sein.

Timo Horn: Für mich ist wichtig, dass jeder ohne Angst und ohne ein mulmiges Gefühl ins Stadion gehen kann, mit der Familie und den Kindern. Insofern ist es schade, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt, auch vorher, rund um das Stadion oder im Umfeld. Ich bin sehr froh, wenn die Fans all ihre Energie reinlegen, um uns zu unterstützen, aber das sollte im Stadion bleiben und nicht ausarten. Wir Spieler tragen die Rivalität auf dem Platz aus. 

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