Club | 18.06.2021

Wettich gewählt

So lief die FC-Mitgliederversammlung

Carsten Wettich wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in den Vorstand des 1. FC Köln gewählt. Die Mehrheit der teilnehmenden Mitglieder stimmte bei der virtuellen Mitgliederversammlung für Wettich als Vizepräsident. Außerdem wurde eine neue Wahlkommission gewählt.

Nach acht Stunden und 38 Minuten, nachts um 2.41 Uhr, schloss Versammlungsleiter Karl-Ludwig Kley die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. Präsident Werner Wolf bedankte sich bei allen Mitgliedern für ihre Teilnahme und beim Organisationsteam vom Geißbockheim und den beteiligten Dienstleistern für den technisch reibungslosen Ablauf. Aufgrund der Pandemie führte der FC seine ordentliche Mitgliederversammlung in diesem Jahr erstmals rein virtuell durch. 

In einer intensiven Sitzung mit regem digitalen Austausch wählten die FC-Mitglieder in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Carsten Wettich als Vizepräsidenten des 1. FC Köln. Wettich erhielt 69,5 Prozent der Mitgliederstimmen. 2.065 Mitglieder stimmten für Wettich als Vizepräsidenten, 906 waren dagegen. 60 Mitglieder enthielten sich.

„Ich nehme die Wahl gerne an und bedanke mich bei euch für das Vertrauen", sagte Carsten Wettich nach der Wahl in Richtung der Mitglieder.

Jahresberichte des Vorstands

Zuvor standen die Jahresberichte des Vorstands auf dem Programm. Präsident Werner Wolf bedankte sich bei den Mitgliedern, den FC-Mitarbeitern und allen, die nach einer schweren Saison am Klassenerhalt beteiligt waren. Auch Fehler des Vorstands in den vergangenen Monaten räumte er ein: „Fehler, die ich zutiefst bedauere. Dafür stehe ich als Präsident in besonderer Verantwortung. Dafür entschuldige ich mich. Ich übe dieses Amt mit großer Demut aus. Ich muss nicht jede Woche in der Presse stehen. Mir ist viel wichtiger, dass im Hintergrund vernünftig gearbeitet wird und dass die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen werden.“

Eckhard Sauren stellte sich der Kritik zum Zeitpunkt der Entlassung von Horst Heldt: „Das war auch für uns nicht leicht. Auch wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben und hätten das gerne erst mal gefeiert“, sagte er. „Aber es ist leider so, dass in der Planung für die neue Saison jeder Tag zählt. Darum waren wir uns mit Horst Heldt einig darin, uns möglichst früh nach dem letzten Spiel zusammenzusetzen.“

Der Vorstand stellte den Mitgliedern seine langfristige Strategie für den 1. FC Köln vor, die als FC-Matchplan überschrieben ist. „Wir wollen uns in den Top-10 der Bundesliga etablieren und uns durch eine führende Jugendarbeit auszeichnen. Und wir wollen diese Ziele nachhaltiger erreichen als es ein Verkauf von Anteilen an Investoren wäre“, sagte Wolf.

Carsten Wettich richtete den Fokus in seiner Rede auf die Bedeutung der Mitglieder und Fans für den Profifußball und besonders den FC: „Wir setzen uns aktiv für einen fanzentrierten Fußball ein. Der Fan im Stadion muss wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Wir wollen noch mehr Menschen verbinden und auf 150.000 Mitglieder wachsen.

Ho-Yeon Kim, Vorsitzender des Mitgliederrats, betonte die Wichtigkeit des Geißbockheim-Ausbaus. „Der FC erledigt seine Hausaufgaben. Es geht bei dem Ausbau nicht um Luxus, sondern eine grundlegende Ausstattung“, sagte er und verwies in diesem Zusammenhang auch auf den hohen Stellenwert des Nachwuchs- und Frauenfußballs sowie des Breitensports beim 1. FC Köln. „Jede Mannschaft des FC muss wettbewerbsfähig in ihrer Liga sein. Von den ganz Kleinen bis zu den Lizenzspielern. Das gilt für die Männer genauso wie für die Mädchen- und Frauenmannschaften. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, hierfür die infrastrukturellen und materiellen Voraussetzungen zu schaffen.“

Stellvertretend für die FC-Frauen, die als ungeschlagener Meister in die Bundesliga aufgestiegen sind, wurden zu Beginn der Mitgliederversammlung die sportliche Leiterin Nicole Bender, die Kapitänin Peggy Kuznik und Mittelfeldspielerin Lena Lotzen geehrt.

Lizenz ohne Auflagen

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle legte die Bilanz der KGaA für das Geschäftsjahr 2019/20 vor und verwies auf die großen wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich der FC durch die Corona-Pandemie gegenübersieht. Alleine die fünf Heimspiele ohne Zuschauer aus der Saison 2019/20 hatten Umsatzverluste in Höhe von 13,3 Millionen Euro zu Folge. Wehrle sagte: „In Summe, wenn auch die Spielzeit 2020/21 dazu genommen wird, in der wir ohne Zuschauer spielen mussten, macht das über beide Spielzeiten einen Corona-bedingten Umsatzverlust von 66 Mio. EUR.“

Umso größer fiel Wehrles Dank an die FC-Mitglieder aus: „30 Prozent der Dauerkarten-Inhaber haben auf ihre Rückzahlungsansprüche der Saison 2019/2020 verzichtet. Ein ligaweit unerreichter, ein wirklich spürbar anderer Wert.“ Trotz der Auswirkungen durch die Pandemie hat der 1. FC Köln die Lizenz für die Bundesliga von der DFL ohne Auflagen erhalten. „Das war ein wichtiges Signal!“, sagte Wehrle und betonte. „Wir haben unser Ziel erreicht. Wir sind in der Liga geblieben. Nichts wäre teurer gewesen als ein erneuter Abstieg.“

Mehr Details zu den Geschäftszahlen gibt es hier.

Neue Wahlkommission gewählt

Alle Gremien wurden mit deutlicher Mehrheit entlastet. Die von Vorstand und Mitgliederrat als Kandidatinnen vorgeschlagenen Christina Strauss, Christina Trebing und Dorothea Zechmann wurden von den FC-Mitgliedern in die dreiköpfige Wahlkommission gewählt und nahmen die Wahl an. Sie erhielten allesamt mehr Stimmen als Michael Tuscherer, der ebenfalls kandidiert hatte.

Die Entscheidungen über die Satzungsänderungsantrage wurden durch Votum der Mitglieder auf die nächste Mitgliederversammlung vertagt.

Hier gibt es den Liveticker zur Mitgliederversammlung zum Nachlesen.

Die komplette Aufzeichnung der Mitgliederversammlung gibt es im geschlossenen Mitgliederbereich.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
11. FC Köln0
21. FC Union Berlin0
31. FSV Mainz 050

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