Profis | 31.05.2021

Pressekonferenz

Wolf: „Die Bilanz hat uns nicht ausgereicht“

FC-Präsident Werner Wolf, Vizepräsident Eckhard Sauren, Geschäftsführer Alexander Wehrle, Jörg Jakobs und Thomas Kessler sprachen am Montagvormittag auf einer Pressekonferenz über die Trennung von Horst Heldt und die sportliche Neuausrichtung des 1. FC Köln.

FC-Präsident Werner Wolf sagte über…

… die Trennung von Horst Heldt: Mir liegt sehr am Herzen, zu betonen, dass wir Horst Heldt sehr dankbar sind, dass er in einer schwierigen Situation hier Verantwortung übernommen hat. Wir haben am Ende der Saison Bilanz gezogen und festgestellt, dass uns die sportlichen Ergebnisse und die Kaderzusammenstellung nicht ausreichen. Wir haben im Laufe der Saison immer wieder Gespräche mit Horst Heldt geführt und ihm unsere Bedenken dargelegt.

… die Verantwortung des Vorstands: Wir als Vorstand sind für alles, was beim FC passiert, in der Verantwortung – und zwar den Mitgliedern gegenüber. Wir werden ihnen bei der Mitgliederversammlung unseren Rechenschaftsbericht vorlegen.

… die Situation des FC: Wir sind in der größten existenziellen Krise, die der Fußball und einzelne Clubs je gesehen haben. Ein Großteil unserer Arbeit geht derzeit um die Frage, wie wir die Liquidität sicherstellen und ein bundesligataugliches Team zusammenstellen können.

… die Zusammenarbeit mit Alexander Wehrle: Ich habe mich bei der Verpflichtung von Alexander Wehrle damals sehr dafür eingesetzt, dass er diese Position bekommt. Ich bin nach wie vor sehr froh, ihn an unserer Seite zu wissen. Wir haben ein sehr vertrautes, offenes Verhältnis. Er hat unser volles Vertrauen.

… die strategische Ausrichtung: Die Mitglieder werden verstehen, dass uns die Schwächung durch Corona Schwung nimmt und wir zunächst alles daran setzen müssen, in der ersten Liga zu bleiben, ehe wir uns in die Richtung entwickeln, die wir uns vorstellen.

… Friedhelm Funkel: Ich habe Friedhelm Funkel bei seinem Amtsantritt begrüßt und nach dem Klassenerhalt war das Erste, was ich gemacht habe, ihm eine Glückwunschnachricht zu schicken.

FC-Vizepräsident Eckhard Sauren sagte über…

… die Trennung von Horst Heldt: Vor dem Schalke-Spiel habe ich telefonisch mit Horst Heldt gesprochen und ihm gesagt, dass wir auch im Falle des Klassenerhalts die Saison analysieren und besprechen müssen, auch mit Blick auf seine persönliche Zukunft. Horst war es ein Anliegen, schnell Klarheit zu haben und zeitnah zu sprechen. Unser Fokus galt dem Klassenerhalt. Wir haben deshalb bewusst Gerüchte nicht kommentiert. Wir wollten im Endspurt Diskussionen vom Trainerteam und der Mannschaft fernhalten. Die Entscheidung zu Horst Heldt ist über Wochen gereift. Der endgültige Entschluss ist am Sonntagmorgen im Gemeinsamen Ausschuss gefasst worden. Danach habe ich mit Horst Heldt telefoniert und ihm gesagt, dass wir über die Saison und seine Zukunft sprechen werden. Entlassungsgespräche sind nie schön. Wir schätzen Horst menschlich sehr. Deswegen haben wir versucht, es so würdevoll wie möglich zu machen. Wir haben ihm die Entscheidung vernünftig begründet. Wir sind der Überzeugung, dass wir unabhängig vom kurzfristigen Ergebnis in Kiel aus langfristigen Erwägungen diese Entscheidung so fällen müssen. Horst war am Ende des Gesprächs sehr enttäuscht. Das kann ich auch verstehen, er hängt am FC und hat sich voll reingehangen.

… den neuen FC-Cheftrainer Steffen Baumgart: Alexander Wehrle und ich haben unmittelbar nach dem Gespräch mit Horst Heldt gemeinsam mit Steffen Baumgart telefoniert. Jörg Jakobs war schon in den Verpflichtungsgesprächen involviert. Auch wir als Vorstand haben Steffen Baumgart im Zuge seiner Verpflichtung kennengelernt. Wir fangen da also nicht bei Null an.

… die Zusammenarbeit mit Jörg Jakobs und Thomas Kessler: Die Zusammenarbeit in der jetzigen Konstellation ist zunächst für die kommende Saison angedacht. Wir haben dadurch Zeit, in Ruhe einen Nachfolger für Horst Heldt zu suchen. Wir sind überzeugt, mit Jörg Jakobs und Thomas Kessler eine gute Lösung gefunden zu haben. Die Zielsetzung für die nächsten zwei Jahre ist klar: Wir wollen trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen in der Klasse bleiben.

… die Strategie für die Zukunft: Wir sind überzeugt, dass man in der Bundesliga erfolgreich sein kann, wenn man sehr langfristig denkt. Das tun wir.

… die Aufgabe des Vorstands: Wir als Vorstand sind primär ein Aufsichtsorgan. Diese Funktion nehmen wir wahr. Uns ist wichtig, dass wir konstruktiv nach vorne arbeiten und die bevorstehenden Aufgaben gemeinsam mit der Geschäftsführung lösen.

… Friedhelm Funkel: Friedhelm Funkel hat seine Mission erfolgreich abgeschlossen und der ganze Verein ist ihm extrem dankbar. Ich habe Friedhelm Funkel beim Amtsantritt gesagt, dass wir uns, wenn alles gut läuft, nach dem Klassenerhalt sprechen. Es macht in unseren Augen keinen Sinn, wenn wir als Aufsichtsgremium ständig Kontakt zum Trainer suchen in so einer wichtigen Phase. Uns war wichtig, dass die sportliche Führung im Saisonendspurt in Ruhe ihre Arbeit machen kann.

Alexander Wehrle sagte über…

… die Entscheidung des Vorstands für eine Trennung von Horst Heldt: Ich habe dem Vorstand gestern mitgeteilt, dass ich die Entscheidung bedauerlich finde und gerne mit Horst Heldt weitergearbeitet hätte. Es hat mich nachdenklich gestimmt, aber ich gehe damit professionell um. 

… seine Position: Ich habe hier vor achteinhalb Jahren begonnen und meinen Vertrag bis 2023 verlängert. Im Bewusstsein, Verantwortung zu übernehmen, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für alle Anspruchsgruppen. In der wirtschaftlich vielleicht herausforderndsten Situation der FC-Geschichte könnte ich weder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch mir selbst in die Augen schauen und sagen, dass ich keine Verantwortung mehr trage. Ich werde auch in Zukunft kritisch und zum Teil auch konträr mit dem Vorstand diskutieren. Das ist meine Aufgabe. Sicher ist es langfristig nicht gut, alleiniger Geschäftsführer zu sein. Das weiß auch der Vorstand.

… Anfragen anderer Clubs: Ich habe mit Dr. Wolf immer offen über Anfragen von anderen Clubs gesprochen und respektiere die Entscheidung des Vorstands, an meinem Vertrag festzuhalten. Deshalb habe ich dem VfB Stuttgart auch abgesagt. Ich habe mich immer voll und ganz auf meine Arbeit beim FC konzentriert und das wird auch in Zukunft so bleiben.

… zu einer möglichen Verpflichtung von Mark Uth: Wir waren in den letzten Wochen im intensiven Austausch und sind da sehr weit. Der Spieler hat Interesse, zum FC zu kommen.

Jörg Jakobs sagte über… 

… die Zusammenarbeit mit dem neuen FC-Cheftrainer Steffen Baumgart: Der Cheftrainer ist das zentrale Element bei allen Kaderthemen. Wir werden gemeinsam und zeitnah planen und mögliche Irritationen, falls es sie geben sollte, ausräumen.

… die Kaderplanung und den Transfermarkt: Wie der Transfermarkt in diesem Sommer aussehen wird, ist schwer abzuschätzen. Unser Ziel ist aber klar: Wir wollen einen bundesligatauglichen Kader zusammenstellen. Der Transfermarkt ist sehr von Dynamiken abhängig. Es wird darum gehen, zum richtigen Zeitpunkt schnell zu sein und gemeinsam, Entscheidungen zu treffen.

… eine mögliche Verpflichtung von Timo Hübers: Natürlich kenne ich Timo Hübers, er ist ein guter Junge. Aber es gibt keinen Vollzug zu vermelden. 

Thomas Kessler sagte über…

… seine neue Aufgabe: Ich freue mich über die Chance und die Aufgabe. Es liegt viel Arbeit vor uns. Ich werde Bindeglied zur Mannschaft sein. Ich habe mir durch meine Management-Ausbildung beim DFB und die zehn Monate, die ich als Trainee beim FC bin, wichtige Einblicke außerhalb des Sports verschafft. Ich bin heiß auf die Aufgabe und guter Dinge, dass wir das gut hinbekommen.

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6Sport-Club Freiburg9
71. FC Köln8
81. FC Union Berlin6

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